Pixelpark schließt neue Verhandlungen nach gescheiterter Fusion aus

Donnerstag, 06. April 2000

Die vertraglich vereinbarte und in der vorletzten Woche in Berlin und Stockholm offiziell bekanntgemachte Übernahme der schwedischen Internet-Unternehmen Cell Network/Mandator durch Pixelpark ist in letzter Minute gescheitert. Nach Angaben des Berliner Internetdienstleisters haben die schwedischen Vertragspartner Cell Network/Mandator "völlig überraschend die Mitwirkung an der vereinbarten und bereits laufenden Roadshow für die internationalen Investoren abgesagt, um Neuverhandlungen durchzusetzen".

Cell Network/Mandator habe die Mehrheit an dem neu entstehenden Unternehmen übernehmen wollen, begründete Finanzvorstand Jan Kantowsky die Entscheidung zur Absage der Übernahme. Zudem hätten die schwedischen Unternehmen verlangt, das Unternehmen nach Abschluß der Verschmelzung in Pixcell umzutaufen, fügte Pixelpark-Chef Paulus Neef hinzu. Auch habe Cell Network/Mandator über die festgelegte Besetzung des Vorstands, dem Paulus Neef vorsitzen sollte, neu verhandeln wollen. Die Vorschläge von Cell Network/Mandator seien "angesichts der Vertragslage völlig inakzeptabel" gewesen, äußert sich Neef enttäuscht. "Wir haben einen rechtskräftig unterschriebenen Vertrag, der nun von Cell Network / Mandator nicht erfüllt worden ist. Wir behalten uns alle rechtlichen Schritte vor", fügt Neef an. Neue Verhandlungen kommen für Pixelpark nicht in Frage: "Pixelpark lässt sich nicht auf Nachverhandlungen ein", sagt Kantowsky. Auch eine feindliche Übernahme steht für Neef nicht zur Diskussion: "Ich halte nichts von unfreundlichen Übernahmen", so der Pixelpark-Chef

Erst Ende März hatte Pixelpark die Übernahme der beiden schwedischen Unternehmen angekündigt. Nach den ursprünglichen Plänen sollte Pixelpark die beiden zu fusionierenden Unternehmen Cell Network und Mandator per Aktientausch übernehmen. Danach hätten die gegenwärtigen Pixelpark-Aktionäre 56,6 Prozent am Neuen Pixelpark gehalten, während die Cell Network/Mandator-Aktionäre mit 43,4 Prozent beteiligt wären. Durch die Übernahme nach dem Muster David kauft Goliath wäre der Berliner Internetdienstleister zu einem Onlinegiganten mit etwa 2300 Mitarbeitern gewachsen.

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