Pixelpark entlässt 60 Prozent seiner Mitarbeiter

Montag, 02. Dezember 2002

Mit der Umsetzung eines radikalen Sanierungsplans, der in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen Roland Berger erstellt wurde, versucht der Berliner Web-Dienstleister Pixelpark wenigstens Teile seines Geschäfts zu retten. So werden in Deutschland rund 150 der noch existierenden 250 Stellen gestrichen. Dazu wurde am vergangenen Freitag von der Geschäftsleitung und dem Gesamtbetriebrat ein Sozialplan unterzeichnet.

Die Produktion von Internetdienstleistungen wird in Köln zusammengefasst. Das Hamburger Office wird als Standort geschlossen und stattdessen als Vertriebsbüro weitergeführt. Von der bisherigen Firmenzentrale in Berlin bleiben wenige Zentralfunktionen sowie der IT-Entwicklungs- und Service-Bereich erhalten, der allerdings ausgegliedert werden soll. In welcher Form dies geschehen wird, ist nicht klar. Gerüchten zufolge ist ein Management-Buy-out denkbar.

Der bisherige Hauptgesellschafter Bertelsmann reduziert seinen Anteil von 60,3 auf 20 Prozent. Gleichzeitig erhält Pixelpark letzmalig eine Unterstützung von 3,2 Millionen Euro von dem Güterloher Medienkonzern. Des Weiteren ist neben Bertelsmann auch HVB Immobilien an dem möglicherweise letzten Sanierungsversuch beteiligt. Mit HVB Immobilien sei eine Einigung zu dem bestehenden Mietvertrag der Berliner Pixelpark-Niederlassung erzielt worden.

In den alten Gebäuden der Osram-Werke hatte Pixelpark in besseren Zeiten fünf Etagen genutzt, die zuletzt aufgrund der stark geschrumpften Mannschaft größtenteils nicht mehr gebraucht wurden. Nach Umsetzung der Maßnahmen soll die Pixelpark-Gruppe in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch rund 230 Mitarbeiter beschäftigen.
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