Piratin Julia Schramm: "Klick mich"-Autorin tritt zurück

Freitag, 26. Oktober 2012
Piratin Julia Schramm gibt ihr Amt im Bundesvorstand der Partei auf (Bild: Tobias M. Eckrich)
Piratin Julia Schramm gibt ihr Amt im Bundesvorstand der Partei auf (Bild: Tobias M. Eckrich)

Julia Schramm, Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei, tritt zurück. Der Entschluss der 27-Jährigen dürfte auch im Zusammenhang mit den Querelen um ihr Buch "Klick mich! Bekenntnisse einer Internetexhibitionistin" erfolgt sein. Schramm hatte eine illegale Gratis-Version des Buches im Internet durch ihren Verlag sperren lassen - und sich damit den Unmut der Urheberrechts-skeptischen Piraten zugezogen. Schramm, die selbst bereits verbal gegen geistiges Eigentum wetterte, sieht sich seit dem Vorgang harter Kritik ausgesetzt. So fällte etwa Stefan Körner, Landesvorstand der Piraten in Bayern, gegenüber "Spiegel Online" ein hartes Urteil über seine Parteikollegin: "Ein Piratenvorstand, der weiter mit Johannes Ponader und Julia Schramm besetzt ist, schadet uns langfristig." Inwieweit ihr Rückzug mit der Kritik wegen ihres Buches in Zusammenhang steht, wurde zunächst nicht deutlich. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Schramm: "Aus dem Ehrenamt Politik ist ein Beruf geworden, den ich so nicht ausüben möchte."

Zuvor hatte man jedoch eine Ahnung davon bekommen, was in Schramm vorging, seitdem sie in die Schlagzeilen geraten war. Auf einem Piratenwiki, auf dem Schramm so genannte "Failberichte" von sich einstellt, liest sich der letzte Eintrag folgendermaßen: "Buchfail. Leider auch sehr überfordert gewesen. Bittere Erkenntnis "You can't have it all" - leider der Partei (indirekt) viel Schaden zugefügt und vielen Menschen viel Stress gemacht. Hätte das mit den Takedowns und den Gelben Karten klarer kommunizieren müssen." ire
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