Piratenpartei entert das Social Web

Freitag, 04. September 2009
Guerilla-Aktion der Piratenpartei in Düsseldorf
Guerilla-Aktion der Piratenpartei in Düsseldorf

Die Piratenpartei ist die aktivste politische Vereinigung im Social Web. Die Partei, die sich unter anderem für eine Reform des Urheberrechts einsetzt, eroberte beim Wahl-im-Web-Monitor der PR-Agentur Weber Shandwick dank einer Web-Aktivität von fast 33 Prozent auf Anhieb den ersten Platz im Aktvitätsindex. Platz zwei belegt die CDU mit 19,2 Prozent. Grund für den deutlichen Vorsprung der Piratenpartei, die erstmals in die Studie mit einbezogen wurde, ist die sehr hohe Supporterzahl in der Social Community StudiVZ. Den Grünen gelang es im Betrachtungszeitraum 15. bis 28. August,  ihr Engagement im Web 2.0 auszubauen und so einen höheren Indexwert zu erreichen als die SPD, die vor allem aufgrund der schwachen StudiVZ-Werte von Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier Einbußen hinnehmen musste. Die FDP sichert sich dank einer Konzentration auf das soziale Netzwerk Facebook den vierten Platz und einen deutlichen Vorsprung vor den Linken, die sich nach wie vor im Social Web kaum Gehör verschaffen können.

In der Blogosphäre liegen dagegen SPD und CDU/CSU mit 32,4 Prozent und 32,9 Prozent weiterhin vorn. Die Piratenpartei belegt mit 2,7 Prozent abgeschlagen den letzten Platz. Allerdings erhält die 2006 gegründete politische Vereinigung ein überraschend positives Feedback in den Weblogs, während Union und SPD viel Kritik in Bezug auf Themen wie Mindestlohn oder das Essen für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Kanzleramt. Lob gab es nur für das Versprechen der SPD, eine bundesweite Stiftung gegen Rechtsextremismus zu gründen.

Häufigstes Thema in Blogs ist Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dem sogenannten Wahlradar der Agentur Publicis Consultants zufolge entfallen 34 Prozent der Nennungen in politischen Blogs auf die CDU-Parteichefin. Frank-Walter Steinmeiner bringt es auf 21,3 Prozent, gefolgt von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mit 9,3 Prozent. Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei den klassischen Online-Medien aus. Hier führt Merkel mit 51,2 Prozent vor zu Guttenberg (17,5 Prozent) und Steinmeier (9,2 Prozent). brö
Meist gelesen
stats