Piraten belasten Premiere auch im 2. Quartal / Werbeetat wird aufgestockt

Donnerstag, 07. August 2008
Will Sicherheitslücke schließen: Vorstandschef Michael Börnicke
Will Sicherheitslücke schließen: Vorstandschef Michael Börnicke

Die Lücke im Verschlüsselungssystem macht dem Pay-TV-Anbieter Premiere weiterhin zu schaffen. Wie schon im Weihnachtsgeschäft 2007 und in den ersten drei Monaten 2008 wurde das Ergebnis im 2. Quartal durch die Piraterieproblematik beeinflusst. Während der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 18,9 Prozent auf 272,4 Millionen Euro gestiegen ist, lag das Ergebnis nach Abschreibungen (Ebit) bei minus 14,1 Millionen Euro (Vorjahresquartal: minus 12,9 Millionen Euro). Das Ebitda lag mit 11,2 Millionen Euro leicht über dem Niveau des Vorjahres (10,2 Millionen Euro).

Mithilfe eines neuen Verschlüsselungssystems von NDS Videoguard und Nagravision will man den Piraten in Zukunft Einhalt gebieten. "Alle wichtigen Weichen sind gestellt, wir richten den Blick nach vorn. Premiere wird die Sicherheitslücke schon bald schließen", verspricht Vorstandschef Michael Börnicke. Neben dem Sicherheitspaket soll auch die jüngst gestartete Marketingoffensive dem Bezahl-Sender Zuwächse bescheren. Der Werbeetat liegt mit einem Bruttovolumen von 40 Millionen Euro rund 50 Prozent über dem Durchschnitt der letzten Jahre. Ziel ist es, zahlreiche neue Abonnenten zu gewinnen. Derzeit zählt Premiere insgesamt 4,2 Millionen Kunden, davon 3,6 Millionen direkte Abonnenten (plus 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal) sowie rund 600.000 indirekte Arena-Kunden.

Weitere Impulse erhofft sich das Unternehmen von einer überarbeiteten Preis- und Angebotsstruktur sowie vom Ausbau des Programms durch den Seriensender Fox. Im Bereich Sport will Premiere mit dem DFB-Pokal und der Uefa Champions League punkten. Der Vertrag mit dem DFB hat eine Laufzeit bis einschließlich der Saison 2011/2012. Die exklusiven Pay-TV-Rechte an der UEFA Champions League gelten für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012. Trotz des aktuellen Streits um die Bundesliga-Rechte gibt sich Börnicke zuversichtlich, dass Premiere den Zuschlag bekommt: "Grundsätzlich wollen und werden wir sicherstellen, dass wir die Bundesliga unseren Abonnenten auch in Zukunft zeigen. Es gibt noch keine Entscheidung über die Ausgestaltung der Rechtevergabe, wir sehen weiterhin gute Möglichkeiten, die Rechte an der Fußball-Bundesliga mit einer insgesamt höheren Exklusivität zu erwerben."
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