Pin Group droht das Aus

Montag, 10. Dezember 2007
Steht vor einem Scherbenhaufen: Springer-Chef Döpfner
Steht vor einem Scherbenhaufen: Springer-Chef Döpfner

Springer-Chef Mathias Döpfner zieht bei der defizitären Brieftochter Pin Group offenbar endgültig die Notbremse. Medienberichten zufolge soll das Unternehmen noch vor Weihnachten abgewickelt werden. Das berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Gesellschafterkreise. Bereits am heutigen Montag will Döpfner seine Pläne dem Vernehmen nach dem Aufsichtsrat präsentieren.

Sollte Springer die Pin Group tatsächlich abschreiben, wäre das eine herbe Niederlage insbesondere für Vorstandschef Döpfner. Europas größter Zeitungskonzern war erst in diesem Sommer für 510 Millionen Euro als Mehrheitsgesellschafter bei dem Post-Konkurrenten eingestiegen. Dem Vernehmen nach rechnet der Konzern damit, wegen der Pin-Beteiligung in diesem Jahr rund 600 Millionen Euro abschreiben zu müssen.

Begründet wird die Krise bei Pin vor allem mit dem geplanten Mindestlohn für Briefzusteller. Nach der Einigung der großen Koalition hatte die  Pin Group bereits Anfang Dezember angekündigt, "im ersten Schritt" bis zu 1000 Mitarbeiter zu entlassen. "Mit dem überhöhten Mindestlohn wurde bewusst in Kauf genommen, dass Investments in Milliardenhöhe am Standort Deutschland zunichte gemacht werden und zigtausende von Arbeitsplätzen bei den privaten Briefdienstleistern verloren gehen", so Pin-Vorstandschef Günter Thiel.

Nicht völlig ausgeschlossen ist weiterhin der Einstieg eines neuen Großaktionärs. HORIZONT.NET hatte bereits Ende Oktober von Verhandlungen des Springer-Konzerns erfahren, die den Verkauf der Pin-Anteile zum Ziel hatten. Als potenzieller Käufer war der niederländische Anbieter TNT Post im Gespräch.
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