Pin-Chef Thiel und Springer verhandeln über Zukunft des Postkonkurrenten

Montag, 17. Dezember 2007
Günter Thiel soll das Unternehmen vor der Insolvenz retten
Günter Thiel soll das Unternehmen vor der Insolvenz retten

Die Zukunft der Pin Group steht weiter auf wackeligen Beinen. Laut Presseberichten ist im Unternehmen in diesem Jahr mit weitaus höheren Verlusten zu rechnen als bisher eingeräumt. Mehrheitseigentümer Axel Springer hatte nach dem Bundestagsbeschluss zum Mindestlohn für Briefzusteller am Freitag die Zahlungen an die Pin Group eingestellt. Nun liegt es an Pin-Chef Günter Thiel und den Minderheitsgesellschaftern, finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen und den Postkonkurrenten vor der Insolvenz zu retten. An dem Unternehmen sind unter anderem die Zeitungsverlage WAZ, Holtzbrinck, Madsack und DuMont Schauberg mit kleineren Anteilen beteiligt. Bodo Hombach, Geschäftsfüher der WAZ Mediengruppe, sagte dass eine Liquidation der Pin Group nicht im Interesse seines Verlags liege. Zwar wolle er nicht stärker in die Holding investieren, sei jedoch optimistisch gegenüber den Verhandlungen zwischen Thiel und Springer-Chef Mathias Döpfner.
WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach will keine Liquidation
WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach will keine Liquidation


Thiel, der über seine Firma Rosalia mit 10 Prozent an der Pin Group beteiligt ist, hatte dem Verlag angeboten, den 64-prozentigen Springer-Anteil für eine Millionen Euro zu übernehmen und Bankschulden in Höhe von 60 Millionen Euro zu tragen. Am Donnerstag soll ein Konzept zur künftigen Führung der Pin Group vorliegen.

Wie das "Handelsblatt" meldet, stellt sich Thiel eine Umgehung des Postmindestlohns durch den verstärkten Einsatz von Zeitungsboten vor. Diese könnten zusätzlich Briefe austragen, fielen aber nicht unter das entsprechende Mindestlohngesetz. Außerdem wolle er unrentable Geschäftsgebiete aufgeben.
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