Piel verschärft WDR-Sparkurs

Montag, 23. November 2009
Monika Piel rechnet für die Gruppe mit einem Verlust von 56,8 Millionen Euro
Monika Piel rechnet für die Gruppe mit einem Verlust von 56,8 Millionen Euro

WDR-Intendantin Monika Piel hat dem öffentlich-rechtlichen Sender einen strammen Sparkurs verordnet. Für dieses Jahr rechnet die Gruppe mit einem Verlust von 56,8 Millionen Euro. Bis zum Ende der Gebührenperiode 2013 könnte sich dieser bis auf 150 Millionen Euro summieren. Grund für die Rückgänge sind vor allem geringere Gebühreneinnahmen.  Piel will den in diesem Jahr eingeleiteten Sparkurs daher 2010 verschärfen. "Zielsetzung muss sein, die Strukturen des WDR so anzupassen, dass die Aufwendungen aus den künftigen Erträgen gedeckt werden können", sagt sie. Dabei steht alles, was nicht zu den Kernaufgaben des Programmunternehmens zählt, auf dem Prüfstand.

"Im nächsten Jahr zeichnet sich ein weiterer Rückgang der Gebührenerträge ab. Die Finanzsitutation bleibt angespannt", sagt auch Rundfunkratsvorsitzender Reinhard Grätz. Der WDR ist mit Einnahmen von 1,34 Milliarden Euro im Jahr 2008 die größte der neun öffentlich-rechtlichen Anstalten im ARD-Verbund. Insgesamt rechnet der ARD-Vorsitzende und SWR-Intendant Peter Boudgoust in der von 2009 bis 2013 laufenden Gebührenperiode mit einem Einnahmenminus von rund 200 Millionen Euro. Auch der SWR hatte bereits angekündigt, mit einem Einnahmerückgang von 15 prozent zu rechnen.

Der WDR will im kommenden Jahr insgesamt 524,8 Millionen Euro ins Programm des TV-Senders, der Hörfunkkanäle und Internetauftritte investieren, davon fließen alleine 431,1 Millionen Euro ins Fernsehen. Der Etat ist jedoch um 6 Millionen Euro im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen gekürzt. Sondermittel entfallen unter anderem für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und die Olympischen Winterspiele an. pap
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