Philipp Welte legt Focus Verlag und Milchstrasse zusammen und übernimmt das Ruder

Mittwoch, 08. September 2010
Burda-Vorstand Philipp Welte übernimmt selbst die Verantwortung für das Flaggschiff "Focus"
Burda-Vorstand Philipp Welte übernimmt selbst die Verantwortung für das Flaggschiff "Focus"


Am 1. Oktober verabschiedet sich das langjährige Erfolgsduo Helmut Markwort und Frank-Michael Müller aus dem Focus Magazin Verlag und macht den Weg frei für Burda-Vorstand Philipp Welte. Und der fackelt nicht lange, sondern legt gleich richtig los. Die erste einschneidende Maßnahme steht schon fest: Der Focus Magazin Verlag und die Hamburger Verlagsgruppe Milchstrasse ("TV Spielfilm") kommen unter ein gemeinsames Dach. Neben der Burda Style Group ("Bunte") und den Medienpark Verlagen in Offenburg ("Freizeit Revue") entsteht eine dritte starke Säule. Arbeitstitel für die noch zu gründende Unit: Burda News Group. Bemerkenswert ist, dass Welte sich nicht damit begnügt, das neue Großprojekt als Vorstand anzustoßen und zu überwachen - der 48-Jährige geht selbst in die operative Verantwortung. Wie HORIZONT bereits vor Wochen vermeldet hatte, wird es keinen Nachfolger für den scheidenden Geschäftsführer Frank- Michael Müller geben - Chef Welte erledigt die entscheidenden Dinge bei "Focus" ab 1. Oktober lieber selbst. Das ist fürwahr ein mutiger Schritt. Sowohl die Integration von Focus Verlag und Milchstrasse als auch die Neupositionierung des Münchner Nachrichtenmagazins werden ein echter Kraftakt. Die Zielvorgabe ist klar: "Focus" muss an Auflage zulegen und sich am Werbemarkt verloren gegangene Marktanteile zurückholen. js

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Philipp Welte zu seinen Plänen mit "Focus" sagt


"Ich übernehme die direkte Geschäftsführung bei Focus"
"Ich übernehme die direkte Geschäftsführung bei Focus"
Können wir über "Focus" sprechen, Herr Welte?
Philipp Welte:
Natürlich, aber nur von der Außenlinie aus. Die Verantwortung für die Geschäfte des Focus Magazin Verlags liegt noch in den bewährten Händen von Helmut Markwort, nicht bei mir. Das ändert sich am 1. Oktober - danach bin ich voll vernehmungsfähig.

Sie steigen dann auch selbst in die Bütt?
Das wird so sein, ja. Ich werde nicht beratend am Spielfeldrand stehen, sondern operativ mit angreifen. Das klappt trotz des insgesamt großen Verantwortungsbereiches, weil wir in den letzten eineinhalb Jahren im Rahmen unseres Change-Programmes sehr viele Problemfelder des deutschen Verlagsbereiches aufgeräumt haben und dadurch das  Ergebnis signifikant verbessert haben. Als nächstes großes Projekt steht jetzt die Integration des Focus Magazin Verlags und der Verlagsgruppe Milchstrasse an. Wir schaffen eine Gruppe mit einem gemeinsamen Marketing und einer integrierten kaufmännischen Struktur. Dadurch entsteht in unserem nationalen Verlagsbereich neben der Burda Style Group und den Medien Park Verlagen eine dritte große Säule.

Und die heißt dann Burda Men's Group?
Im Moment sprechen wir von der News Group, allerdings eher als Arbeitstitel.

Neben Helmut Markwort zieht sich am 1. Oktober auch Frank-Michael Müller aus der Geschäftsführung des Focus Magazin Verlags zurück. Wird es für ihn einen Nachfolger geben? 
Ja, mich, denn ich übernehme von Helmut Markwort und Frank-Michael Müller auch die
direkte Geschäftsführung bei "Focus".

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Mehr zu den Plänen von Philipp Welte und das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 36/2010, die am 09.09.2010 erscheint.

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Wie ist Ihr Gefühl, wenn Sie die aktuellen "Focus"-Ausgaben lesen - stimmt die Richtung?
Absolut. Allein schon die Sarazzin-Debatte zeigt, dass Deutschland ein zweites, relevantes Nachrichtenmagazin braucht, und sie zeigt auch, dass die publizistische Stabübergabe von Helmut Markwort auf Wolfram Weimer und Uli Baur gut gelingt.

Interview: Jürgen Scharrer

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