Philipp Welte kritisiert Bauers Top-100-Siegel

Dienstag, 20. April 2010
Burda-Vorstand Philipp Welte
Burda-Vorstand Philipp Welte

Burda-Vorstand Philipp Welte kritisiert in der "FAZ" das "Top-100"-Siegel der Bauer Media Group. "Diese Marketingsstrategie führt das gesamte pluralistische Pressesystem ad absurdum und bedroht in letzter Konsequenz massiv die Pressevielfalt", sagt Welte. Dies sei der "sehr grundlegend gefährliche Versuch, am Kiosk eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft einzuführen", so Welte weiter, damit sich Grossisten und Einzelhändler bevorzugt um die mit dem Siegel markierten Titel kümmerten. Laut "FAZ" geht Burda juristisch gegen die Top 100-Titel-Aktion vor.

Auch der Bundesverband Presse-Grosso kritisiert die Aktion: Ein Zwei-Klassen-Sortiment am Kiosk gefährde die Pressevielfalt und die Chancengleichheit: "Alleingänge schaden der Vielfalt und Attraktivität des Pressesortiments".

Die Bauer Media Group druckt seit Anfang März ein "Top 100 Titel"-Siegel - das sie aufgrund einer einstweiligen Verfügung (EV) von der G+J-Vertriebstochter Deutscher Pressevertrieb (DPV) bereits wieder verändern musste - auf die umsatzstärksten Hefte des Verlags im Einzelhandel. Das sind unter anderem "TV Movie", "TV 14" und "Bravo". Die Plakette soll Zeitschriftenkäufern Orientierung und Bestätigung am Presseregal bieten und den Blick von Grossisten und Einzelhändlern stärker auf die Cash Cows lenken. se
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