Peter Würtenberger: Mit ehrgeizigen Plänen ins Silicon Valley

Dienstag, 28. August 2012
Springer-Vermarktungschef Peter Würtenberger referierte beim Frankfurter Marketingclub
Springer-Vermarktungschef Peter Würtenberger referierte beim Frankfurter Marketingclub

Von Reisefieber keine Spur: Knapp zwei Wochen vor seinem Flug ins Silicon Valley referierte Springer-Vermarktungschef Peter Würtenberger beim Frankfurter Marketingclub über die Herausforderungen des digitalen Wandels. Der Aufenthalt in den USA, in dem der 45-Jährige  gemeinsam mit "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann und Idealo-Gründer Martin Sinner auf die Suche nach Start-ups und neuen Beteiligungsmöglichkeiten gehen soll, gehört wohl dazu. "Mathias Döpfner hielt es für notwendig, uns sechs bis zwölf Monate auf die Reise zu schicken", so der Leiter des Zentralvermarkters Axel Springer Media Impact (Asmi), dessen Aufgaben in dieser Zeit das zuständige Vorstandsmitglied Andreas Wiele übernimmt. Er selbst freue sich sehr auf die berufliche Herausforderung. Erst in der Telefon-Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz hatte Springer-Chef Döpfner vom "Ideenfindungs-Research-Projekt" des Trios geschwärmt, bei dem es im Austausch mit dort ansässigen Universitäten und Forschern neue, kreative Ideen entwickeln soll.

In seinem Vortrag, in dem Würtenberger den Weg Springers vom Print-Verlag zu einem digital-integrierten Medienunternehmen nachzeichnete, ging er dann auch auf die Unterschiede zwischen amerikanischem und deutschem Werbemarkt ein. Völlig unterschiedlich sei beispielsweise das Verhältnis zwischen Print- und TV-Nutzung. "Glücklicherweise ist die Entwicklung bei uns nicht so wie in den USA. Deutschland ist das Land der Leser", so der Vermarktungschef weiter und verwies auf  rund 12 Millionen Menschen, die die "Bild"-Zeitung täglich lesen. In Amerika sei die digitale Entwicklung weitaus rasanter fortgeschritten, und "selbst bei Kindern scheint es nur zwei Statusse zu geben: schlafend oder online".

Eine Reaktion auf den Wandel sei das Konzept von "Asmi 3.0", das Würtenberger als "integrierte 360-Grad-Vermarktung" vorstellte. In diesem Zusammenhang soll vor allem das Angebot der Plattformen und Dienstleistungen deutlich erweitert werden, "nicht nur im Bereich der Tageszeitungen und Zeitschriften, sondern mobil, im Bereich Social Media und Bewegtbild, durch Handelskooperationen, im Direktmarketing oder durch Events". Die Umsetzung des ehrgeizigen Wachstumsprojekts muss Würtenberger nun aber zunächst Andreas Wiele überlassen. kl
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