Permira steigt bei Premiere ein

Freitag, 20. Dezember 2002

Der Pay-TV-Sender Premiere hat einen neuen Eigentümer gefunden. "Eine Einigung über die Grundzüge der neuen Gesellschafterstruktur von Premiere ist heute erzielt worden" teilt der Sender mit. Die europäische Investmentgesellschaft Permira strebe die Mehrheit an Premiere an. Die Gläubigerbanken Bayern LB, HVB und BAWAG wollten eine Minderheitsbeteiligung eingehen, ebenso wie das Premiere-Management.

Die Verhandlungen über Details der Vereinbarung mit dem Finanzinvestor Permira und den Gläubigerbanken werden sich noch bis ins neue Jahr hinziehen. Premiere-Chef Georg Kofler rechnet mit einem Abschluss der Verträge im ersten Quartal nächsten Jahres. Zu klären ist vor allem die genaue Aufteilung der Anteile zwischen Permira, den Gläubigerbanken und dem Management. In verhandlungsnahen Kreisen hieß es, die Gläubigerbanken würden zusammen einen Anteil von weniger als 25 Prozent anstreben, das Management etwa zehn Prozent. Somit bliebt für Permira, die in mehreren Ländern Europas und in New York vertreten und an Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von 17 Milliarden Euro beteiligt ist, ein Anteil von mehr als 65 Prozent übrig.

Dem künftigen neuen Mehrheitsgesellschafter kann Kofler wachsende Umsätze melden. Seit Anfang Dezember gewinnt Premiere zwischen 4000 und 6000 neue Kunden pro Tag. Nachdem der Sender die Zahl von 2,5 Millionen Kunden im November überschritten hat, peilt Kofler die Marke von 2,6 Millionen Abonnenten im nächsten Vierteljahr an.

Auch bei der Programmversorgung gibt es Fortschritte. Mit dem US-Studio Paramount habe Premiere einen Liefervertrag über fünf Jahre unterzeichnet und von Columbia ein großes Filmpaket erworben. Damit hat Premiere mit sieben der acht großen Hollywood-Studios Filmverträge geschlossen.
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