Permira sieht keinen Verkaufsdruck bei Pro Sieben Sat 1

Montag, 28. Februar 2011
Rockenhäuser prüft Optionen
Rockenhäuser prüft Optionen

Ziemlich gelassen gibt sich Jörg Rockenhäuser, Deutschlandchef des Finanzinvestors Permira, auf die Frage nach dem Verkauf von Pro Sieben Sat 1. Gemeinsam mit dem Private-Equity-Unternehmen KKR hält Permira die Mehrheit bei dem TV-Konzern, für den die beiden Finanzinvestoren derzeit Ausstiegsszenarien prüfen. "Dem Unternehmen geht es gut. Wir spüren da keinen Druck", sagt Rockenhäuser im Interview mit der "Welt am Sonntag". KKR und Permira hatten Pro Sieben Sat 1 Ende 2006 von Haim Saban übernommen. Für Pro Sieben Sat 1 begannen harte Zeiten. Weniger durch die Bemühungen der Finanzinvestoren, den Konzern auf mehr Effizienz zu trimmen, als vielmehr durch Probleme in der Vermarktung. Die Einführung eines ambitionierten Vermarktungsmodells straften die Agenturen 2008 rabiat ab. Die Versuche, die Verluste im Jahr 2009 wieder zurückzuholen, wurden erschwert durch die tobende Finanzkrise. Diverse Personalwechsel im Vorstand sowie der Umzug von Sat 1 nach Unterföhring im Jahr 2009 brachten weitere Unruhe.

Seit dem Amtsantritt des Ex-Pharma-Managers Thomas Ebeling als CEO von Pro Sieben Sat 1 im März 2009 ist jedoch Ruhe eingekehrt. Der Konzern hat sich - nicht zuletzt getrieben von der Konjunktur - deutlich erholt und rechnet nun für 2010 mit einem operativen Ergebnis von rund 850 Millionen Euro. Die kompletten Zahlen für das Jahr 2010 werden am 3. März 2011 präsentiert.

Die Aktie, die vor zwei Jahren nur noch bei 83 Cent dotierte, hat sich seit der Ära Ebeling auf über 23 Euro erholt. Für KKR und Permira ist der Ausstiegszeitpunkt daher günstig. Erschwert wird er jedoch durch die hohe Schuldenlast von über 3 Milliarden Euro, die der Konzern mit sich herumschleppt. Pro Sieben Sat 1 hatte KKR und Permira die niederländisch-skandinavische TV-Gruppe SBS abkaufen müssen und diese Kauf mit Schulden finanziert. Um den Schuldenstand von Pro Sieben Sat 1 zu senken und das Asset damit attraktiver zu machen, prüft Ebeling derzeit den Verkauf der Aktivitäten in Benelux und Skandinavien. "Welcher Schritt sich daraus ergibt, ist völlig offen", sagt Rockenhäuser der "WamS". "Die Frage ist, haben diese Geschäfte Wachstumsperspektoive bei Pro Sieben Sat 1 oder nicht", so der Permira-Chef. Ebeling will sich dazu im 2. Quartal äußern. pap
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