Peerblog: Serverbetreiber weist Berichte über Hackerangriff zurück

Montag, 18. Februar 2013
Nach nur fünf Tagen wurde das Aus für das Peerblog verkündet
Nach nur fünf Tagen wurde das Aus für das Peerblog verkündet


Anfang Februar ging die Website Peerblog von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück nach nur fünf Tagen wieder vom Netz. Begründet wurde der Schritt mit fortwährenden Hackerangriffen. Doch die waren womöglich nur vorgeschoben. Laut "Focus" deutet vieles darauf hin, dass die SPD-Parteizentrale auf ein Ende der Plattform hingewirkt hat.
Offiziell wurde Peerblog.de wegen gezielter Angriffe von Hackern nach wenigen Tagen wieder vom Netz genommen. Die Betreiber um den ehemaligen "Focus"-Redakteur Karl-Heinz Steinkühler hatten daraufhin beklagt, die Website und der politische Dialog mit dem SPD-Kandidaten sei "brachial zerstört" worden. Der Serverbetreiber, auf dessen Servern das Peerblog lag, kann das so nicht bestätigen: "Wir haben Alarmsysteme im Einsatz, die auffälligen Datenverkehr melden, aber wir haben keine Auffälligkeiten festgestellt", sagte ein Sprecher des Internetunternehmens Strato dem "Focus". Außerdem verfüge sein Unternehmen über Mittel, um eine attackierte Seite im Netz zu halten. Das Abwehren von Attacken gehöre zum Tagesgeschäft.

Laut "Focus" könnten die Hackerangriffe ein willkommener Anlass gewesen sein, das Peerblog zu beenden. An dem Projekt hatte es von Beginn an Kritik gegeben, da die Seite durch anonymen Spender finanziert wurde. Das Willy-Brandt-Haus soll laut "Focus" daher Druck gemacht haben, den Wahlkampfblog wieder zu beenden.

Steinbrück war wegen hoher Vortragshonorare zu Beginn seiner Kandidatur unter Druck geraten. In der SPD will man eine erneute Diskussion um den Kanzlerkandidaten offenbar um jeden Preis vermeiden. Nach "Focus"-Informationen prüft der Bundestag allerdings bereits die Rechtmäßigkeit der Seite nach dem Parteigesetz. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob Steinbrück den geldwerten Vorteil des Blogs als Wahlkampfspende veröffentlichen muss.

Update: In seinem Firmenblog hat der Serverbetreiber Strato seinen Kenntnisstand am Montag noch einmal präzisiert: Man habe zwar keine Auffälligkeiten feststellen können. "Das heißt aber nicht, dass es keinen Angriff gegeben hat, weil es Angriffsszenarien gibt, die uns bewusst umgehen und die direkt den Kunden treffen", betont Strato. Nur der Betreiber des Peerblog könne daher wirklich wissen, ob die Angriffe tatsächlich stattgefunden haben oder nicht. dh
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