Pay-TV-Piraterie: Gericht spricht Sky 2 Millionen Euro Schadensersatz zu

Montag, 25. Oktober 2010
Der Pay-TV-Anbieter hat einen juristischen Sieg gegen die Piraten erfochten
Der Pay-TV-Anbieter hat einen juristischen Sieg gegen die Piraten erfochten

Willkommener Geldsegen für Sky: Ein Gericht in Belgien hat dem Pay-TV-Anbieter in einem Prozess gegen Pay-TV-Piraten über zwei Millionen Euro Schadensersatz zugesprochen. Zwei der Angeklagten müssen hinter Gitter, zwei weitere Personen kamen mit Bewährungsstrafen davon. Die Verurteilten hatten von 2006 bis 2008 mit sogenannten Blankokarten gehandelt. In Verbindung mit einer im Internet verfügbaren Software ermöglichten diese Karten die Entschlüsselung der Pay-TV-Angenbote von Sky, damals Premiere. Im Prozess ging es um 5700 Karten, die zum Stückpreis von 75 Euro verkauft wurden.

Der europäische Verband zum Schutz verschlüsselter Werke und Dienste, AEPOC, sieht in den Richterspruch ein "wegweisendes Urteil", da einem Pay-TV-Betreiber erstmals Schadensersatz in einer nennenswerten Höhe zugespochen wurde: "Anhand des Urteils wird deutlich, wie schädlich Piraterie für die Pay-TV-Branche ist. Der hohe Schadensersatzanspruch, der alleine in diesem Fall zugesprochen wurde, belegt den stark kriminellen Charakter der Pay-TV-Piraterie", kommentiert AEPOC-Präsident Philippe-Olivier Rousseau das Urteil. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Eine Lücke im Verschlüsselungssystem hatte Premiere 2007 und 2008 massive Probleme bereitet. Die hohe Zahl der Schwarzseher hatte Premiere das Weihnachtsgeschäft 2007 verhagelt und das Ergebnis des Geschäftsjahres negativ beeinflusst. dh
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