Paulus Neef fliegt aus Pixelpark-Vorstand

Freitag, 20. Dezember 2002

Pixelpark-Gründer Paulus Neef hat nichts mehr mit dem operativen Geschäft des Berliner Internetdienstleisters zu tun: Wie jetzt bekannt wurde hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung vom 18. Dezember die Bestellung des jetzigen Vorstands, Paulus Neef, mit sofortiger Wirkung widerrufen. Zum Alleinvorstand wurde der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Richter bestellt. Gleichzeitig wurde Manuel Cadmus mit sofortiger Wirkung als Aufsichtsratsvorsitzender gewählt.

Ein wichtiges Ziel des neuen Vorstands sei es, die Gespräche mit Interessenten für Bertelsmann-Anteile an Pixelpark fortzusetzen. Offenbar hat der Güterloher Medienkonzern doch noch keinen Käufer für die zum Verkauf angebotenen Anteile an Pixelpark in Höhe von 40,3 Prozent gefunden. Das Unternehmen hatte bereits Angang Dezember bekannt gegeben, seinen Anteil an Pixelpark von 60,3 auf 20 Prozent reduzieren zu wollen.

Richter soll nun offenbar doch noch das Ruder bei Pixelpark herumreißen. Unter seiner Leitung soll das Sanierungskonzept, das gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen Roland Berger erarbeitet wurde, umgesetzt werden. Oberstes Ziel: Profitabilität. Dazu erreichen hat sich das Unternehmen eine Radikalkur verordnet und entlässt unter anderem 150 von 250 Beschäftigten. Denn Pixelpark hat viel aufzuholen: Der Dienstleister hat allein 2001 über 80 Millionen Euro Verlust eingefahren.

Große Probleme hat Pixelpark in diesem Jahr vor allem das Neugeschäft bereitet. Denn im laufenden Jahr ist es dem schwer angeschlagenen Internetdienstleister nur selten gelungen, sich im Wettbewerb um Online-Etats durchzusetzen. In der zweiten Jahreshälfte 2002 haben die Berliner ganze vier neue Projekte in Deutschland vermeldet. Darunter drei inzwischen realisierte Websites. Das restliche Neugeschäft des Konzerns geht vor allem auf das Konto von Pixelpark Schweiz.
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