Paukenschlag in der Außenwerbung: JC Decaux übernimmt Wall

Dienstag, 15. September 2009
Jean-François Decaux, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von JC Decaux
Jean-François Decaux, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von JC Decaux

Konsolidierung im Deutschen Out-of-Home Markt: Der französische Außenwerber JC Decaux übernimmt die Mehrheit am Berliner Außenwerber Wall. Bislang waren 40 Prozent der Wall-Anteile im Besitz von JC Decaux, mit dem Kauf der Anteile des Firmengründers Hans Wall erhöht sich der Anteil nun auf 90,1 Prozent. 9,9 Prozent der Anteile hält Vorstandsvorsitzender Daniel Wall. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Bundeskartellamt muss dem Deal noch zustimmen. An der Führung des Berliner Unternehmens soll sich nichts ändern: Daniel Wall bleibt Vorstandsvorsitzender. Hans Wall, der die Unternehmensleitung Anfang 2007 an seinen Sohn abgegeben hatte, ist weiterhin Vorsitzender des Aufsichtsrates. Die Übernahmeabsichten des französischen Außenwerbers, der selbst von der Werbekrise gebeutelt ist, sind in der Branche seit langem kein Geheimnis mehr, vor allem unter der Führung von Hans Wall konnte Decaux seine Pläne aber nicht weiter verfolgen. Zwischenzeitlich konnten sich die Parteien offenbar annähern: Decaux erhöhte seine Anteile am Unternehmen in den vergangenen Jahren sukzessive. Auch eine gemeinsame Vermarktungsgesellschaft war geplant.

Jean-François Decaux, Vorstandsvorsitzender und Co-CEO von JC Decaux, bezeichnet die Mehrheitsübernahme als logische Fortsetzung des Zusammenwachsens beider Unternehmen seit 2001". Die Produkte würden „sehr gut zueinander passen und deren Märkte sich bestens ergänzen". Die Positionierung von Wall sei sowohl am deutschen Markt als auch in der Türkei hervorragend. In Deutschland hält die Wall Gruppe, die 2008 einen Umsatz von 114,7 Millionen Euro erzielte, unter anderem Werbeverträge in Berlin, Düsseldorf, Dortmund und Münster.

Durch die Übernahme wollen die ehemaligen Kontrahenten international schlagkräftiger werden: „Mit dem Anteilsverkauf haben wir die strategische Entscheidung getroffen, den Weg für einen finanzkräftigen Eigentümer freizumachen, der das Unternehmen unter dem Vorstandsvorsitz meines Sohnes Daniel Wall nicht nur national, sondern auch international wettbewerbsfähig positionieren wird", so Hans Wall. Laut Daniel Wall sollen darüber hinaus Synergieeffekte aus der Zusammenarbeit resultieren. se
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