Papst-Rücktritt: So reagieren "Titanic" und das Social Web

Montag, 11. Februar 2013
So spießt "Titanic" den Papst-Rücktritt auf
So spießt "Titanic" den Papst-Rücktritt auf

Die Nachricht vom Rücktritt des Papstes verbreitet sich in diesen Minuten wie ein Lauffeuer: Kaum hatte Benedikt XVI. am heutigen Montag angekündigt, vom höchsten Amt der römisch-katholischen Kirche zurücktreten zu wollen, da ging der Sturm auf Twitter und Co schon los. Sehr schnell reagiert hat auch "Titanic": "Aus Bibel abgeschrieben! Ratzinger verliert Papst-Titel", lautet die Headline, mit der das Frankfurter Satiremagazin den Schritt des Papstes aufgreift. Die Häme, die "Titanic" dem Papst zuteil werden lässt, kommt alles andere als überraschend. Das Satiremagazin hatte sich bereits im vergangenen Jahr ein juristisches Scharmützel mit dem Papst geliefert. Benedikt XVI hatte "Titanic" zunächst wegen eines Titelbildes verklagt, auf dem er mit einem großen gelben Fleck auf seiner Soutane zu sehen war. Damit spielte "Titanic" auf die "undichte Stelle" im Vatikan an, die 2012 zu zahlreichen Negativ-Schlagzeilen geführt hatte. Nachdem die Angelegenheit hohe Wellen geschlagen hatte, zog Benedigt die Klage schließlich zurück.

"Wir verlieren einen geschätzten Kollegen, mit dem wir seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten", stichelt "Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer in einer ersten Stellungnahme. "Und wir hoffen, dass unser kleiner Rechtsstreit im letzten Jahr kein Grund für diese vorschnelle Entscheidung war", so Fischer weiter.

So titelt das Satiremagazin "Der Postillon"
So titelt das Satiremagazin "Der Postillon"
Mit Humor versucht es auch "Der Postillon": Auf der Website des Satiremagazins ist ein Bild zu sehen, das den Papst angeblich im Kreise seiner Familie zeigt. Im Text heißt es, dass der Papst zurückgetreten sei, da das Amt nicht "die zärtliche Nähe" seiner Frau, die "tiefen Gespräche" mit seinen Kindern oder "das Lachen meiner zahlreichen Enkelkinder ersetzen" könne.

Mit Satire oder Komik hat der Rücktritt von Papst Benedikt freilich rein gar nichts zu tun. Als Grund werden vielmehr das fortgeschrittene Alter und die angeschlagene Gesundheit des Papstes angegeben. Der 85-Jährige, der im April 2005 zum 265. Papst gewählt worden war, sprach in seiner heutigen Stellungnahme davon, dass seine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet seien, "um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben". Daher werde er auf das Amt verzichten, so dass der Stuhl des heiligen Petrus ab dem 28. Februar 2013 vakant sein werde.

Die Reaktionen auf Twitter

Heiko Hebig ‏@heiko
"was macht der papst nach dem rücktritt?" - "eine kreuzfahrt."
extra3 ‏@extra3
Merkel: Benedikt XVI. hatte mein vollstes Vertrauen! #Papst
Richard Gutjahr ‏@gutjahr
Wie ging noch gleich das Plusquamperfekt von 'habemus'?
alex ruehle ‏@alex_ruehle
EIL+++: Ratzinger soll bei der Abfassung seines Testaments bei Matthäus, Markus, Lukas und Johannes abgeschrieben haben #Papst EIL+++
Jan Böhmermann ‏@janboehm
Papst Benedikt hat weite Teile seiner Gebete und Messen ohne präzise Kenntlichmachung der Quellen abgekupfert. Rücktritt folgerichtig! #gott
RobVegas ‏@robvegas
Mich würde es nicht wundern wenn der Papst ab Herbst bei sky auf Sendung geht.
Dominik Rzepka ‏@dominikrzepka
Am Rosenmontag - der Papst hat Humor!
Silke Burmester ‏@Medienfront
#Papst zum Glück kam die Nachricht heute Da kann der #Stern einmal aktuell sein. Wette, er hat trotzdem "Fitness" und "Frühling" aufm Titel

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der Reaktionen, von denen der Kurznachrichtendienst überschwemmt wird. Unter dem Hashtag #Papst laufen derzeit mehr Tweets ein, als man innerhalb kurzer Zeit lesen kann. Von dieser Geschwindigkeit, die ein Nutzer mit dem Kurzvideodienst Vine festgehalten hat, ist sogar Deutschlands Twitter-Chef Rowan Barnett begeistert. mas/ire
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