Papst Benedikt und die Boutique in Wuppertal: So diskutiert das Social Web den Rücktritt des Pontifex

Dienstag, 12. Februar 2013
Der Tweet von Extra3 wurde am häufigsten geteilt
Der Tweet von Extra3 wurde am häufigsten geteilt

Der Rücktritt von Papst Benedikt hat heute in den Rechenzentren der Social Networks buchstäblich die Leitungen zum Glühen gebracht. Um 16.30 Uhr - und damit nur viereinhalb Stunden nach der DPA-Blitzmeldung vom Papst-Rücktritt - waren auf Twitter, Facebook und Co bereits mehr als 21.000 deutschsprachige Beiträge zum Thema aufgelaufen. Das hat die DPA-Tochter News Aktuell mit ihrem Monitoring-Tool Media Sonar ermittelt. Der Tweet, der am häufigsten verbreitet wurde, stammt von der NDR-Satiresendung Extra3, die sich bei Loriot bediente. Die in Anspielung an einen alten Loriot-Witz verbreitete Eilmeldung "++Papst eröffnet mit Tochter von Erwin Lindemann Herrenboutique in Wuppertal++" wurde laut News Aktuell bisher mehr als 260 Mal retweetet und 113 Mal gefaved.

Unter dem Strich fällt die Reaktion der deutschen Social-Media-Nutzer zum Papst-Rücktritt kritisch bis negativ aus. Glaubt man dem Monitoring-Tool von News Aktuell, dann waren wohlwollende und mitfühlende Meinungsäußerungen nicht in der Mehrzahl, obwohl der Papst seinen Schritt mit  gesundheitlichen Problemen begründet. So haben lediglich etwa 17 Prozent der Tweets eine positive Tonalität, immerhin fünf Prozent eine negative.  Allerdings räumt News Aktuell ein, dass die rein maschinelle Bewertung schwierig sei, da viele Tweets von den Autoren ironisch verfasst wurden.

Den meisten Traffic im Social Web erzeugte Twitter. Laut News Aktuell erfolgten heute bis 16 Uhr beinahe 92 Prozent aller Meinungsäußerungen über den Kurznachrichtendienst. Mit knapp sieben Prozent folgen Blogs. Facebook spielte laut der DPA-Tochter fast keine Rolle. Auf das Social Network entfällt bislang nicht mal ein Prozent des frei einsehbaren Web-Traffics.

An dem Papst-Gezwitschere beteiligt haben sich vor allem Männer. Die Zahl der männlichen Kommentatoren war laut der Auswertung fast vier Mal so hoch wie die der Frauen. Dabei wurde vor allem der Hashtag “Papst Benedikt” verwendet (2.800 Mal). Der Begriff “Vatikan” kommt immerhin auf knapp 1.000 Nennungen. Der Hashtag #Papst wurde nur 940 Mal genutzt. mas
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