Paid Content auf dem Prüfstand: Expertentipps aus dem Ausland

Donnerstag, 30. April 2009
Screenshot der Website des "Wall Street Journal"
Screenshot der Website des "Wall Street Journal"

Während deutsche Verlage auf der Suche nach Erlösen vor allem über Leistungsschutzrechte und Gema-Modelle diskutieren, konzentriert sich das Ausland einmal mehr auf Bezahlmodelle. Die US-Medienmanager Steven Brill (Court TV), Gordon Crovitz (Ex-Herausgeber des Wall Street Journal) und Experte Leo Hindery wollen mit Journalism Online und einem automatisierten System den Zugang zu Verlagsinhalten vermarkten. Dabei wollen sie unter anderem Abos für den gebündelten Zugang zu verschiedenen Medien gleichzeitig anbieten. Hoffnung auf erfolgreichen Einsatz von Bezahlmodellen machen auch die Lösungen von FT.com und Wall Street Journal.

Journalism Online will den Verlagen unterschiedliche Pakete und Bezahlmodi anbieten und diese in einem Abrechnungsmodell bündeln. Flexibilität scheint Trumpf. Die fordert auch Alan Murray, Chefredakteur von The Wall Street Journal Online, in einem Interview mit Zachary M. Seward für das Nieman Journalism Lab, einem Projekt der Universität Harvard. Dort gibt Murray mehrere Tipps für ein erfolgreiches Bezahlmodell.

Die Tipps von Alan Murray in Kurzform:

- Hybrides Angebot: Eine Mischung aus kostenlosen Inhalten und Paid Content.

- Keine Zahlschranken für exklusive Nachrichten. Andere Medien würden dann eben nur die Meldung kurz zitieren, weiterdrehen und den Traffic gewinnen.

- Keine Zahlschranken für populäre Inhalte, da diese Werberlöse bringen.

- Paid Content sollte für enge Zielgruppen und Nischen-Themen angeboten werden, die ein hohes Involvement der Nutzer erwarten lassen.

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