Paid Content: Murdochs "Times" wird im Juni kostenpflichtig

Freitag, 26. März 2010
Rupert Murdoch
Rupert Murdoch

Rupert Murdoch setzt seine Paid-Content-Pläne in die Tat um. Ab Juni werden zunächst die Inhalte von "The Times" und "The Sunday Times" nicht mehr kostenfrei im Netz abrufbar sein. Danach will der australische Medienmogul auch für Web-Inhalte von "The Sun" und "The News of the World" abkassieren. Wie Murdochs Zeitungsholding News International bekannt gibt, sollen Leser für Online-Artikel von "The Times" und "The Sunday Times" künftig Tages- und Wochenabos abschließen können. Der Zugang für einen Tag kostet ein Pfund - und damit etwa genauso viel wie eine "Times"-Ausgabe am Kiosk. Zum Preis von zwei Pfund gibt es bereits einen Zugang für eine Woche. Deutsche Leser sollen pro Tag 1,50 Euro und pro Woche 3 Euro zahlen. Abonnenten der Printausgabe können die Online-Artikel weiterhin kostenfrei lesen.

Der Einführung von Gebühren geht ein Relaunch voraus, im Zuge dessen erstmals getrennte Online-Angebote für "The Times" und "The Sunday Times" gestartet werden. Der überarbeitete Auftritt von thetimes.co.uk sowie der erste eigene Auftritt der "Sunday Times" (thesundaytimes.co.uk) sollen Anfang Mai freigeschaltet werden. Danach soll zunächst eine Übergangsphase folgen, in der die neuen Portale von den Lesern kostenfrei getestet werden können.

News International ist nicht der einzige Verlag, der eine Paid-Content-Strategie im Web verfolgt. Auch die "Financial Times" und das "Wall Street Journal" verlangen Geld für Online-Inhalte. Außerdem denkt die "New York Times" über Bezahlmodelle nach.

"Wir sind stolz auf unseren Journalismus und schämen uns nicht dafür zu glauben, dass er einen Wert hat", erklärt Rebekah Brooks, CEO von News International. Die Einführung von Gebühren sei ein wichtiger Schritt, um Journalismus wirtschaftlich rentabel zu machen. mas
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