PWC-Studie: Geringe Nachfrage nach interaktivem Fernsehen

Montag, 31. März 2008

Der Internet-Übertragungsstandard IPTV ist den meisten Konsumenten in Deutschland noch unbekannt. Nur 12 Prozent können den Begriff korrekt zuordnen, über 50 Prozent der Befragten haben von IPTV sogar noch nie etwas gehört. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PWC) hervor, für die 500 Haushalte mit Breitband-Internetanschluss und über 30 Experten befragt wurden. Sofern die Studienteilnehmer die Funktion und die besonderen Merkmale von IPTV kennen, fällt ihr Urteil jedoch positiv aus. Zwei Drittel dieser Teilnehmergruppe vergeben die Note gut, negativ äußern sich lediglich 13 Prozent.

Besonders attraktiv an IPTV ist aus Sicht der Befragten die Möglichkeit, das Fernsehprogramm individuell zusammenzustellen und nicht mehr an Sendezeiten gebunden zu sein. Das zeitversetzte Fernsehen ist für 84 Prozent ein wünschenswertes Feature, jeweils sechs von zehn Befragten hätten gerne einen persönlichen Videorekorder, eine virtuelle Videothek (Video on Demand) und wünschen sich die Möglichkeit, auch aktuelle Hollywood-Produktionen im Fernsehen anschauen zu können.

Dagegen sind die technisch möglichen interaktiven Funktionen weniger gefragt. Die Stimmabgabe bei Fernsehwettbewerben per Rückkanal wünschen sich 28 Prozent, Online-Spiele sind für 24 Prozent attraktiv und Shopping über die Fernbedienung an Stelle des Telefons wollen 22 Prozent. "Der Markterfolg des IPTV hängt also auch davon ab, ob und wie schnell sich die Fernsehgewohnheiten ändern lassen. In jedem Fall sollten die Nutzer allmählich an die neuen Möglichkeiten herangeführt und nicht durch zu komplexe Angebote überfordert werden", kommentiert Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PWC, das Ergebnis.

Die derzeit üblichen Vertragsmodelle wie zum Beispiel von Telekom und Arcor sind für die potenziellen IPTV-Kunden nur wenig attraktiv. Hohe Abo-Gebühren und lange Vertragsbindungen schrecken die Verbraucher ab. bn

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