PWC: Internet wird 2011 größter Werbeträger in Deutschland

Dienstag, 12. Oktober 2010
Die Berater rechnen mit einem Wachstum des Werbeamrktes von 4,8 Prozent
Die Berater rechnen mit einem Wachstum des Werbeamrktes von 4,8 Prozent

Das Internet wird 2011 zum umsatzstärksten Werbeträger in Deutschland. In diesem Jahr wird das Fernsehen die Zeitungen als größten Werbeträger ablösen. Das geht aus dem "German Entertainment and Media Outlook 2010 -2014" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Price Waterhouse Coopers (PWC) hervor. "Der Siegeszug der Onlinewerbung war absehbar. Durch die Wirtschaftskrise hat sich der strukturelle Wandel der Medienbranche aber erheblich beschleunigt", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PWC: "Die Konsumenten wandern verstärkt ins Internet und verbringen immer mehr Zeit online. Diesem Trend folgen die Werbebudgets. Zusätzlichen Schub gewinnt die Entwicklung durch das mobile Internet, das dank attraktiver Endgeräte, schneller Mobilfunknetze und Datenflatrates zunehmend an Bedeutung gewinnt."

Die Analysten von PWC gehen davon aus, dass der Werbemarktanteil des Internets bis 2014 auf 32 Prozent steigt. Insgesamt rechnet PWC mit einem Wachstum der Medienbranche um durchschnittlich 3,6 Prozent pro Jahr auf 68,1 Milliarden Euro bis 2014 (inklusive Verbraucherausgaben). Dabei wird der Werbemarkt mit einem Zuwachs von 4,8 Prozent stärker zulegen als die Verbraucherausgaben. Für 2010 rechnen die Experten mit einem Wachstum des Werbemarktes von 3,5 Prozent auf knapp 15 Milliarden Euro. 2012 wird der Werbemarkt mit 16,2 Milliarden Euro dann wieder das Vorkrisen-Niveau erreichen.

Nicht nur im Werbemarkt, auch bei den Verbraucherausgaben überrundet das Internet bis 2014 die klassischen Mediengattungen: Nach dem "German Entertainment and Media Outlook 2010 -2014" werden deutsche Verbraucher 2014 insgesamt 11,3 Milliarden Euro für den Internetzugang ausgeben. Vor allem die Ausgaben für den mobilen Internetzugang steigen um 13,7 Prozent pro Jahr deutlich an und erreichen 2014 ein Niveau von 4,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die Ausgaben für Bücher sollen laut PWC 2014 bei 10,3 Milliarden Euro liegen, für Fernsehen bei 9,7 Milliarden.

Auch für das klassische Fernsehen wird das Internet als Verbreitungsweg immer wichtiger: Bis 2014 werden voraussichtlich 2,9 Millionen Haushalte Fernsehen per IPTV empfangen. dh
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