PR-Desaster für INSM: NDR und "Neon" wehren sich

Mittwoch, 05. August 2009
Das G+J-Magazin fordert eine Unterlassungserklärung von der INSM
Das G+J-Magazin fordert eine Unterlassungserklärung von der INSM

Die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) hat das Magazin "Neon" aus dem Hause Gruner + Jahr sowie ARD-Moderatorin Anne Will ungefragt als Partner für das Video-Projekt "Deutschland 24/30" präsentiert. Jetzt wehren sich diese gegen den Verdacht, sie würden mit der Lobbygruppe kooperieren. Der G+J-Titel "Neon" hat Anfang der Woche eine Aufforderung zur Unterlassung an die Initiative gesendet. "Wir erwarten schnellstmöglich eine Unterschrift, die den Verdacht ausräumt, wir würden mit der INSM zusammenarbeiten", sagte Chefredakteur Timm Klotzek gegenüber Süddeutsche.de.

Das Logo des INSM-Projekts
Das Logo des INSM-Projekts
Der NDR hat von der wirtschaftsliberalen Lobbygruppe bereits eine schriftliche Klarstellung bekommen. Darin hat die INSM über ihre Anwälte verbindlich erklären lassen, dass sie weder selbst behauptet noch behaupten lässt, die ARD-Sendungen Anne Will und "ttt - Titel Thesen Temperamente" würden über die Kampagne berichten. "Damit ist die Sache für uns erledigt", sagt ein NDR-Sprecher.

Die von Arbeitgeberverbänden getragene Vereinigung hatte in einem Werbeblatt junge Reporter für ihre Aktion gesucht und mit medialer Öffentlichkeit geworben: TV (u.a. Anne Will) sowie Radiosender und Printmedien ("Neon", "Zeit" und "Bild") würden über die Aktion berichten. Als mögliche Interviewpartner hatte die Gruppe zum Beispiel Schriftsteller Günter Grass, Adidas-Chef Herbert Hainer und Entertainer Harald Schmidt angeboten. Doch: Die Medien und Promis wussten nichts von einer Zusammenarbeit.

Die Erklärung des INSM-Vertreters Ronald Voigt: Es habe sich lediglich um ein internes "Arbeitspapier" gehandelt, das versehentlich an die Öffentlichkeit gelangt sei. jm
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