P7S1-Chef Ebeling will weiter ins Programm investieren

Mittwoch, 04. März 2009
P7S1-Chef Thomas Ebeling präsentiert seine Agenda
P7S1-Chef Thomas Ebeling präsentiert seine Agenda

Der Ex-Novartis-Manager Thomas Ebeling hat  am 1. März den Vorstandsvorsitz von Pro Sieben Sat 1 übernommen. Bei der Vorlage der Jahreszahlen für den TV-Konzern in Unterföhring hat er erstmals seine Agenda skizziert: 1. Starke Inhalte abliefern: Die Programminvestitionen sollen von dem weiteren Sparkurs wenig tangiert sein.

2. Marktanteile im Zuschauermarkt steigern: Die großen Sender der German-Free-TV Group, an dessen Spitze Vorstand Andreas Bartel steht, arbeiten ab Sommer alle vom Standort Unterföhring aus. Es sind Kabel Eins, Sat 1 und Pro Sieben. Ebeling erwartet davon eine deutlich bessere Zusammenarbeit bei der Programmentwicklung.

3. Marketing- und Vertriebsexekution verbessern: Die Kunden fragen vermehrt Lösungen für TV- und Online aus einer Hand nach. Bereits 2008 hat Sales-Vorstand Klaus-Peter Schulz daher entschieden, die Vermarkter Seven-One Media und Seven-One Interactive zusammenzulegen und schickt TV- und Internetexperten zu den Kunden.

4. Preisniveau stabil halten: Ebeling kritisiert die Öffnung der Brutto-Netto-Schere im TV und den Preisentwicklung der vergangenen Jahre. "Wir müssen das Preisniveau in Deutschland hoch halten", sagt er. Die Krise biete TV eine Chance, die Position im Gesamtwerbemarkt zu stärken. "Die Kunden setzen in der Rezession verstärkt auf TV".

5. Kostendisziplin: Der neue Chef will weiter auf die Kosten achten. Dabei steht nicht Personalabbau im Fokus, sondern beispielsweise Lieferanten- und Zulieferverträge.

6. Unternehmenskultur: Ebeling legt Wert auf "selbstbewusste Mitarbeiter", die aber auch in der Lage sind, während des Sparkurses professionell zu agieren.

7. Portfoliobereinigungen: Aktuell sieht Ebeling kein gutes Umfeld, um Assets zu verkaufen. Generell seien aber sowohl der Radio- als auch das Printgeschäft Bereiche, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Vergangenes Jahr hatte P7S1 bereits versucht die niederländische Zeitschrift "Veronica" zu verkaufen, davon aber Abstand genommen, als sich abzeichnete, dass der gewünschte Preis derzeit nicht zu erzielen ist. pap
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