P7S1-Chef Ebeling: "Es ist Zeit für ein unabhängiges Pro Sieben Sat 1"

Montag, 17. Juni 2013
Thomas Ebeling fordert mehr Mut im Medienbereich
Thomas Ebeling fordert mehr Mut im Medienbereich


Thomas Ebeling, CEO von Pro Sieben Sat 1, hofft auf eine breit diversifizierte Eigentümerstruktur. Derzeit gehört der Konzern den Finanzinvestoren KKR und Permira, die jedoch in den nächsten Monaten voraussichtlich über die Börse aussteigen wollen. "Es ist Zeit für ein unabhänginges Pro Sieben Sat 1", so Ebeling im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".
"Für Deutschlands größtes Fernsehunternehmen ist das wichtig", so Ebeling, der den Konzern seit März 2009 leitet. Voraussetzung dafür ist, dass Stamm- und Vorzugsaktien auf der Hauptversammlung im Juli zusammengelegt werden. KKR und Permira hatten in den vergangenen Jahren immer wieder nach einem strategischen Investor gesucht, jedoch keinen gefunden, der ähnliche Preisvorstellungen hatte.

Steigen die Finanzinvestoren über die Börse aus, so könnte Pro Sieben Sat 1 ein Dax-Kandidat werden. "Ein Medienwert mit digitalem Wachstumsgeschäft, wie wir es sind, kann dort eine Bereicherung darstellen", so Ebeling zur "SZ". Der Konzern treibt den Ausbau des Digitalgeschäfts zügig voran. Digitalvorstand Christian Wegner hat die Aufgabe, ein starkes E-Entertainment-Geschäft mit Video-, Spiele- und Musikangeboten aufzubauen.

Zudem beteiligt sich Pro Sieben Sat 1 über die unter Ebeling eingeführten Media-for-Equity und -Revenue-Deals an Start-ups, vor allem aus dem Bereich E-Commerce. Bekanntestes Beispiel dafür war Zalando, das erst mit der Medialeistung von Pro Sieben Sat 1 genug Bekanntheit aufbauen konnte, um erfolgreich zu werden. Derzeit unterhält der Konzern rund 50 solcher Partnerschaften.

Ebeling appelliert an die Branche, mehr Mut zu zeigen, um gegen Internetriesen wie Google, Facebook und Apple bestehen zu können: "Generell braucht Deutschland im Medienbereich wieder mehr Mut, mehr Kreativität und vor allem eine neue Gründerkultur." pap
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