P7S1: 9Live ohne Live-Betrieb / Umsatz- und Ergebnisplus trotz rückläufiger TV-Spendings

Donnerstag, 05. Mai 2011
9Live sendet nicht mehr live
9Live sendet nicht mehr live

Pro Sieben Sat 1 schiebt seinen Quizsenders 9Live offenbar endgültig aufs Abstellgleis. Der Münchner TV-Konzern wird den Live-Betrieb des Kanals Ende Mai einstellen. Begründet wird der Schritt mit dem "nachhaltig starken Rückgang" der Call-TV-Erlöse in den vergangenen Monaten. So brach der Umsatz im 1. Quartal 2011 um 34 Prozent auf nur noch 9,2 Millionen Euro ein. Im Vorjahresquartal hatte 9Live noch 14 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von Pro Sieben Sat 1 beigesteuert. Mit der Einstellung des Live-Betriebs entfallen zugleich alle Call-TV-Produktionen für die anderen Sender der Gruppe. Vom Netz geht 9Live aber nicht. Pro Sieben Sat 1 will auf dem Sender bis auf weiteres fiktionale Programme zeigen.

Anders als 9Live haben sich die übrigen Sender des Konzerns im 1. Quartal ordentlich entwickelt. Zwar gingen die Investitionen in TV-Werbung in Deutschland - unter anderem getrieben durch den späten Ostertermin - generell zurück. Gleichwohl konnte Pro Sieben Sat 1 seine externen Erlöse im deutschsprachigen TV-Segment mit 413,3 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau halten. Der Brutto-TV-Werbemarktanteil blieb mit 43,1 Prozent ebenfalls stabil.

Will Verschuldungsgrad reduzieren: Vorstandschef Thomas Ebeling
Will Verschuldungsgrad reduzieren: Vorstandschef Thomas Ebeling
Dass der Gesamtumsatz um 3,7 Prozent auf 682,8 Millionen Euro kletterte und sich der Nettogewinn mit 38,3 Millionen Euro nahezu verdoppelte, hat Pro Sieben Sat 1 vor allem der nordeuropäischen Senderfamilie zu verdanken, die ihre TV-Umsätze deutlich um 27,3 Prozent auf 90,1 Millionen Euro steigerte. Der externe Umsatz des internationalen TV-Segments stieg im 1. Quartal 2011 unter dem Strich um 12,6 Prozent auf 181,1 Millionen Euro. Auch das Segment Diversifikation trug mit einem Zuwachs um insgesamt 9,3 Prozent auf 88,4 Millionen Euro zur positiven Entwicklung bei.

Für das Gesamtjahr rechnet der TV-Konzern, der Ende März 2011 noch mit 3,431 Milliarden Euro in der Kreide stand, mit steigenden Umsätzen im mindestens niedrigen einstelligen Prozentbereich. "Wir haben große Fortschritte bei der Optimierung des Portfolios gemacht und werden den Verschuldungsgrad deutlich reduzieren", kündigt Vorstandschef Thomas Ebeling an. Während die Erlöse des deutschsprachigen TV- Segments im ersten Halbjahr aufgrund der derzeitig zurückhaltenden Entwicklung im deutschen TV-Werbemarkt auf Vorjahresniveau liegen dürften, plant der Konzern für das Gesamtjahr mit einem leichten Umsatzwachstum. Für das internationale TV-Segment erwartet die Pro-Sieben-Sat-1-Group eine deutliche Umsatzsteigerung. mas
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