Ove Saffe: "Der gedruckte Spiegel wird wichtigstes Standbein bleiben"

Montag, 27. September 2010
Ove Saffe: Spiegel Online gehört zu den 20 größten publizistischen Werbeträgern
Ove Saffe: Spiegel Online gehört zu den 20 größten publizistischen Werbeträgern

Spiegel-Chef Ove Saffe glaubt an die Zukunft des Mediums Print: Auch 2015 werde der gedruckte "Spiegel" für seinen Verlag das wichtigste Produkt "mit den meisten Lesern und dem höchsten Umsatz" sein. Das Printmagazin "war, ist und bleibt die tragende Säule" des Unternehmens. Dies erklärt der Geschäftsführer des Spiegel-Verlags in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Laut Saffe trägt das gedruckte Produkt aktuell mit einem Anteil von zwei Dritteln zum Gesamtumsatz bei. Jedoch spiele auch das Internet eine immer größere Rolle für den Verlag, betont Saffe: Spiegel Online verdiene "im fünften Jahr Geld" und "würde sich mit den erzielten Erlösen locker auf einer Top-Twenty-Liste der größten publizistischen Werbeträger wiederfinden, selbst wenn alle Print-Werbeträger mit einbezogen wären". Kein Wunder also, dass Saffe Paid Content eine Absage erteilt. Spiegel Online sei mit dem Reichweitenmodell gut bedient und könne sich über Werbeerlöse finanzieren.

Auch mit der digitalen Ausgabe des "Spiegel" ist Saffe "sehr zufrieden". Die Verkaufszahlen beziffert Saffe auf etwa 15.000 Exemplare, allein mit Apple-Angeboten werde man 2010 einen siebenstelligen Umsatz erreichen. Die "Spiegel"-App, die benötigt wird, um die Vollversionen des Magazins auf iPhone und iPad lesen zu können, wurde bereits 300.000 Mal heruntergeladen. Trotz dieser positiven Ergebnisse betont Saffe, dass Erlöse mit elektronischen Medien noch "weit entfernt" von den Print-Zahlen seien. Wichtig sei es, die Produkte unterscheidbar zu gestalten, damit sich diese optimal ergänzen. Auch die Zukunft von Spiegel TV könnte zunehmend im Netz stattfinden, es sei denkbar, "dass Spiegel TV als eigener Sender ins Internet kommt", so Saffe. sw
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