Otto und Barlach übernehmen die Hamburger Morgenpost

Donnerstag, 21. Oktober 1999

Gruner + Jahr verkauft zum Monatsende die "Hamburger Morgenpost". Die Medienunternehmer Frank Otto und Hans Barlach erwerben von G+J 90 Prozent der Anteile, die restlichen 10 Prozent kauft das Duo von der Firma Audivis von Hans Dichand, dem Verleger der "Neuen Kronenzeitung" in Wien. Die "MoPo"-Anteile werden in die neu gegründete Firma City-Boulevard eingebracht, die zu zwei Dritteln von Frank Ottos Medienbeteiligungsgesellschaft und zu einem Drittel von Hans Barlach gehalten wird. "Die ,Hamburger Morgenpost' war auf einem guten Weg, aber im Gegensatz zu Berlin und Dresden hat Gruner + Jahr keine zweite Zeitung in Hamburg, die Synergien ergeben hätte", erklärte der designierte Gruner + Jahr-Vorstandsvorsitzende Bernd Kundrun und ergänzte: "Wir sahen deshalb keine Chancen, den Titel weiter in die schwarzen Zahlen zu bringen." Die 1949 gegründete "Hamburger Morgenpost" war 1986 von G+J übernommen worden. Trotz zahlreicher Versuche, das Blatt rentabler zu machen, kam die "MoPo" nicht dauerhaft aus der Verlustzone. Die Auflage sank in den letzten fünf Jahren um mehr als 20.000 Exemplare. Im dritten Quartal 99 verkaufte die "Hamburger Morgenpost" 140.606 Exemplare. Die Neueigentümer sehen für das Boulevardblatt in ihrer expandierenden Mediengruppe eine bessere Zukunft.
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