Ordentliche Bilanz: Springer profitiert von digitalen Medien und Auslandsgeschäft / Zeitungen weiter im Minus

Montag, 07. November 2011
Bei Axel Springer brummt das Geschäft
Bei Axel Springer brummt das Geschäft

Axel Springer liegt für das Geschäftsjahr 2011 voll im Plan. Der Berliner Verlag hat nach Abschluss des 3. Quartals seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Vorstandschef Mathias Döpfner erwartet einen Anstieg der Gesamterlöse im hohen einstelligen Prozentbereich. Für das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sagt Döpfner sogar ein Plus im niedrig zweistelligen Prozentbereich voraus. Trotz der positiven Gesamtentwicklung gibt es auch Bereiche, die schwächeln. Während Digitalgeschäft und Auslandsgeschäft brummen, bleiben die nationalen Zeitungen das Sorgenkind. Vor allem im dritten Quartal liefen die Geschäfte bei Axel Springer glänzend. Wie der Konzern mitteilt, legte das EBITDA nach einem kräftigen Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26,5 Prozent auf 157,6 Millionen Euro zu. Auch die Bilanz für die ersten neun Monate 2011 kann sich sehen lassen. Die um 11,7 Prozent auf 2,318 Milliarden Euro gestiegenen Gesamterlöse ließen das EBITDA um 15,7 Prozent auf 446 Millionen Euro anwachsen. Rechnet man die Umsatz- und Ergebniseffekte der in diesem Jahr übernommenen Gesellschaften heraus, so bleibt immer noch ein bereinigter Konzernüberschuss von 259,5 Millionen Euro - gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ebenfalls ein Plus von 7,7 Prozent.

Vorstandschef Mathias Döpfner
Vorstandschef Mathias Döpfner
Dass Springer beim Konzernüberschuss ein Minus in Höhe von 9,5 Prozent auf 233,2 Millionen ausweist, begründet Unternehmenssprecherin Edda Fels mit diversen Sondereffekten. So habe Springer im Vorjahr von Unternehmensverkäufen (Stepstone Solutions, Wallstreet Online) sowie von Steuereffekten profitiert, die in diesem Jahr so nicht realisiert werden konnten.

Zur unter dem Strich positiven Bilanz beigetragen haben insbesondere die digitalen Medien mit einem Umsatzplus von 34,4 Prozent auf 677 Millionen Euro sowie das Segment Print International. Hier kletterten die Umsätze um gut 30 Prozent auf 350 Millionen Euro. Ohnehin gewinnt das internationale Geschäft für den Konzern weiter an Bedeutung. So kletterten die Auslandserlöse insgesamt um 35,5 Prozent auf EUR 757,8 Millionen Euro. Damit erwirtschaftet Springer inzwischen beinahe jeden dritten Euro im Ausland.

Belastet wird die Bilanz weiterhin vom Segment Zeitungen National: Auch wenn Springer betont, dass "Bild", "Welt" und Co mit einer EBITDA-Rendite von 23,8 Prozent "hochprofitabel" sind, kann der Konzern nicht wirklich zufrieden sein. So gingen die Erlöse in den ersten neun Monaten 2011 um 2,3 Prozent auf 854 Millionen Euro zurück. Die Erlöse der nationalen Zeitschriften sanken dagegen nur minimal um 0,4 Prozent auf 353 Millionen Euro.

Die unter dem Strich positive Entwicklung hat Springer vor allem dem anziehenden Werbegeschäft zu verdanken. So kletterten die Werbeerlöse in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 18,6 Prozent auf 1,145 Milliarden Euro. "Vor allem unsere starken deutschen Print-Marken profitierten im dritten Quartal von einer gegenüber dem Vorjahresquartal stabilen Nachfrage der Werbekunden", sagt Döpfner. Die Vertriebserlöse kletterten auch Dank vereinzelter Preiserhöhungen um 4,8 Prozent auf 908,9 Millionen Euro. mas
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