Onlinewerbe-Panel: Kritik an fehlender Selbstorganisation der Digital-Marketing-Branche

Mittwoch, 23. September 2009
Lothar Weissenberger, Leiter Marketing-Kooperation Deutscher Sparkassen- und Giroverband
Lothar Weissenberger, Leiter Marketing-Kooperation Deutscher Sparkassen- und Giroverband

Die Vermarkter von Onlinemedien haben im Alltagsgeschäft ihre Hausaufgaben noch nicht erledigt. So lautet der Vorwurf von Lothar Höcker, Strategischer Mediaeinkäufer Westeuropa Procter & Gamble während des Panels „Digital takes the Lead - Efficiency and Performance" auf der Dmexco. So fehle immer noch eine einheitliche Targetingtechnologie, aber auch in der Beratung von Werbungtreibenden wünscht er sich von den Vermarktern eine stärkere Orientierung an der Kundenperspektive. Lothar Weissenberger, Leiter Marketing-Kooperation Deutscher Sparkassen- und Giroverband, zählt ebenfalls das Angebot von Standards bei Targetingtechnologien eigentlich zu den selbstverständlichen Hausaufgaben und hofft, dass diese zügig erledigt werden. Ob sich ein solcher Standard - wie vom Panel prognostiziert - bis zur nächsten Dmexco schon durchgesetzt, steht allerdings zu bezweifeln. Denn Vermarkter und Mediaagenturen streiten sich noch zu sehr über die Führungsrolle und arbeiten weiter an proprietären Lösungen. „Bei einer Eigenlösung von Agenturseite habe ich große Bauchschmerzen", sagt etwa Wunderloop-CEO Torsten Ahlers, da dort der Datenschutz nicht ausreichend gewährleistet werde. Michael Frank, Geschäftsführer der Plan.net Gruppe, kontert, dass nur von Agenturseite eine kundenorientierte Lösung realisiert werden könne.

Sparkassen-Marketer Weissenberger konstatiert im Onlinemarketing zurzeit eine zu starke Fixierung auf technische Lösungen und wünscht sich eine Rückbesinnung auf die klassische Marketingaufgabe, intelligente Kommunikationslösungen zu entwickeln. „Allerdings fahren wir Kunden auch nicht immer einen klaren Kurs", schränkt Weissenberger selbstkritisch ein. Viele Unternehmen seien im derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld zu sehr auf Kosteneffizienz und Preisdiskussionen aus. Christian Herp, Geschäftsführer IQ Media Marketing, bestätigt diese Erfahrung und bedauert, dass viele Diskussionen mit Kunden zu sehr auf das Thema Lead-Generierung runtergebrochen würden. „Stattdessen sollte das Thema Branding wieder stärker in den Vordergrund rücken", wünscht sich Herp. joz
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