Onliner trotzen der Wirtschaftskrise / Jede zweite Firma meldet Umsatzplus

Freitag, 22. Januar 2010
Laut Arndt Groth ist das Display-Vermarktungsgeschäft unter Druck
Laut Arndt Groth ist das Display-Vermarktungsgeschäft unter Druck

Die meisten Unternehmen der digitalen Branche haben das Krisenjahr 2009 offenbar ohne große Blessuren überstanden. Knapp die Hälfte der Firmen haben ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr gesteigert und 21 Prozent konnten ihn stabil halten. Einen Rückgang verzeichnen dagegen nur knapp 19 Prozent. Zu diesen Ergebnissen kommt die Umfrage "Trend in Prozent", die der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) gestern Abend bei seinem Neujahrsempfang präsentiert hat. Das Onlinebusiness "ist in den letzten 15 Jahren nicht nur stark gewachsen, sondern in seiner Marktabdeckung auch sehr breit aufgestellt. Es gibt somit viele neue Felder, die selbst im Krisenjahr 2009 noch stark gewachsen sind", erklärt Verbandspräsident Arndt Groth. Dazu zählt er die Bereiche Video, Performancemarketing und Mobile.

Im Vergleich mit den Internetdienstleistern und Agenturen haben die Onlinevermarkter tendenziell bei der Studie am schlechtesten abgeschnitten. Die Zahl der Vermarkter, die ein Umsatzplus meldeten, lag klar unter dem Durchschnittswert der Untersuchung. Kein Wunder, denn in dem Geschäftsfeld herrscht derzeit ein starker Konsolidierungsdruck. Zudem sind laut Groth im letzten Jahr besonders Teile der angestammten, etablierten Segmente der digitalen Wirtschaft unter Druck geraten wie zum Beispiel das Display-Vermarktungsgeschäft. Aufgrund eines zu großen Angebots an vermarktbaren Flächen ist die Brutto-Netto-Schere in diesem Bereich stark auseinandergegangen.

Trotz der schwierigen Lage sind die Vermarkter von allen befragten Online-Segmenten am optimistischsten. 83 Prozent rechnen damit, dass 2010 die Umsätze steigen. Bei den Internetdienstleistern sind es 74 Prozent und den Online-Agenturen 50 Prozent. Der Grund für die positive Prognose: Knapp jeder zweite Befragte glaubt, dass digitale Markenführung 2010 im Vergleich zum Vorjahr eine besondere Rolle spielen wird. Zudem rechnen nahezu alle Befragten mit einem erneuten Aufschwung im Onlinemarkt. bn
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