Online-Werbung startet furios ins neue Jahr

Donnerstag, 10. Februar 2011
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
Nielsen-Chef Ludger Wibbelt
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Nielsen Media Research Hamburg Gesamtmarkt


Für die Online-Vermarkter ist das Jahr 2011 optimal angelaufen. Im Januar stiegen die Brutto-Werbeerlöse im Internet um satte 41 Prozent auf knapp 188 Millionen Euro. Das geht aus der aktuellen Auswertung von Nielsen Media Research in Hamburg hervor. Auch der Gesamtmarkt liegt deutlich im Plus. Unter dem Strich sind die Investitionen in klassische Kommunikation im Januar 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 8,2 Prozent auf knapp 1,7 Milliarden Euro angestiegen. Zum Wachstum haben alle Mediengattungen beigetragen: Besonders stark profitieren konnten neben den Internet- auch die Kinovermarkter, die ihre Erlöse um 24 Prozent auf freilich immer noch überschaubare 6,2 Millionen Euro steigerten. Plakat legte um 17 Prozent auf knapp 60 Millionen Euro zu.

Der Löwenanteil der Spendings floss erneut ins TV: Brutto-Erlöse in Höhe von gut 625 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 4,9 Prozent. Zweitstärkstes Medium sind die Zeitungen, die mit Einnahmen von knapp 385 Millionen Euro immerhin ein Mini-Wachstum von 0,6 Prozent erzielen. Die Bilanz der Publikumstitel, die ihre Erlöse um 8,7 Prozent auf 293 Millionen Euro steigerten, fällt sogar noch deutlich besser aus. Radio verbessert sich gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozent auf 94 Millionen Euro, Fachzeitschriften um 7,2 Prozent auf gut 34 Millionen Euro.

Bei der Volumenentwicklung müssen allein Tageszeitungen und Radio gegenüber dem Vorjahr Federn lassen: Im Januar wurden laut Nielsen 15.223 Anzeigenseiten in Tageszeitungen geschaltet - 5,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Radiosender strahlten im ersten Monat des neues Jahres gut 4,8 Millionen Werbesekunden aus. Das entspricht einem Rückgang um 1,7 Prozent. Alle anderen Mediengattungen legen beim Werbevolumen zu: Am deutlichsten gewinnt Plakat (plus 15,6 Prozent), gefolgt von Fachzeitschriften (6,8 Prozent), Publikumszeitschriften (4,9 Prozent) und TV (2,4 Prozent). Für Kino und Internet weist Nielsen die Volumenentwicklung nicht aus.

Inwieweit die Nielsen-Auswertungen die tatsächliche Entwicklung auf dem deutschen Werbemarkt widerspiegeln, ist umstritten. Das Problem: Nielsen weist lediglich die Brutto-Zahlen aus. Rabatte und Gegengeschäfte werden nicht berücksichtigt. mas
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