Online-Spendings legen um 37 Prozent zu

Montag, 20. Oktober 2008
Nielsen-Media-Chef Ludger Wibbelt prognostiziert weiteres Wachstum
Nielsen-Media-Chef Ludger Wibbelt prognostiziert weiteres Wachstum

Der Online-Werbemarkt beeindruckt weiterhin mit hohen Wachstumsraten - zumindest wenn es um die Entwicklung der Brutto-Spendings geht. Diese sind in der Zeit von Anfang Januar bis Ende September 2008 auf eine Milliarde Euro angewachsen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von gut 37 Prozent oder - in absoluten Zahlen - 279 Millionen Euro. Das prozentuale Wachstum im Online-Markt ist damit nach wie vor deutlich höher als bei der klassischen Werbung, die - wie jüngst berichtet - in diesem Jahr gerade einmal um 1,2 Prozent zugelegt hat. Nach den Berechnungen des Hamburger Werbe- und Medienforschungsunternehmens Nielsen Media Research ist der Wachstumsmotor allerdings auch im Internet zuletzt etwas ins Stottern geraten. Das Plus von 30 Prozent, das im 3. Quartal erzielt wurde, war doch spürbar geringer als das in den beiden vorangegangenen Quartalen. So stiegen die Ausgaben für Super-Banner, Skyscraper und Co in der Zeit von Januar bis März noch um 43,6 Prozent, im 2. Quartal kletterten sie um 39,4 Prozent.

Die Top Online-Werbeformen

Die beliebteste Online-Werbeform ist nach wie vor der Super-Banner mit einem Anteil von 14,1 Prozent. Der Skyscraper liegt mit einem Anteil von 11 Prozent an den Brutto-Werbespendings auf Rang 2, gefolgt vom Wallpaper (8,3 Prozent), dem Rectangle (6,0 Prozent) und dem Medium Rectangle (5,2 Prozent).

Ludger Wibbelt, Geschäftsführer bei Nielsen Media Research, sieht aber trotz abflachender Wachstumsraten keinen Grund zur Panik. Ein Ende des Online-Werbebooms sei noch lange nicht in Sicht. "Mittlerweile als Bestandteil der ganzheitlichen Markenwahrnehmung anerkannt, werden weitere Innovationen und neue Geschäftsmodelle aus diesem Bereich nicht lange auf sich warten lassen", prognostiziert Wibbelt.

Wachstumstreiber waren in diesem Jahr bislang vor allem die Anbieter von Online-Dienstleistungen, die insgesamt 192,4 Millionen Euro investierten und damit im Ranking der Top-Spender mit großem Abstand vorn liegen. Auf Rang 2 liegt die Unternehmenswerbung mit 90 Millionen Euro, gefolgt von Finanzdienstleistungen (74,7 Millionen Euro) und E-Commerce (55 Millionen Euro). Der Big Spender im deutschen Online-Werbemarkt ist die Deutsche Telekom. Die Festnetzsparte T-Home gab satte 30 Millionen Euro für Online-Werbeschaltungen aus - ein Plus von knapp 84 Prozent. Auch Friendscout24 mit einem Bruttowerbevolumen in Höhe von 26,7 Millionen Euro und die Stuttgarter Creditplus Bank (26,2 Millionen Euro) trugen zum Wachstum bei.

Das Wachstum gebremst hat vor allem der Handel, der seine Online-Bruttowerbeinvestitionen mit einem Minus von 27,8 Millionen Euro am drastischsten senkte. Auch die Hersteller von Computern und PC-Zusatzgeräten kürzten ihre Ausgaben um 4,8 Millionen Euro. mas
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