Online-Schaufensterbummel beflügelt den traditionellen Handel

Dienstag, 05. Dezember 2000

Der stationäre Einzelhandel wird stark vom virtuellen Schaufensterbummel der Internetnutzer in der Vorweihnachtszeit profitieren. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen Jupiter Research geht davon aus, dass der klassische Handel 7,5 Milliarden Euro durch Surfer umsetzen wird, die sich zwar im Internet informieren, aber nichts kaufen. Im Netz werden sich die Weihnachtsumsätze laut Jupiter dagegen auf nur 1,7 Milliarden Euro belaufen, was aber immerhin 32 Prozent der gesamten Online-Einkäufe für das Jahr 2000 ausmacht.

Zudem werde das Weihnachtsgeschäft zeigen, wie wenig entwickelt die Kooperation zwischen den Websites der Händler und ihren realen Verkaufsstätten ist, so Jupiter. Die Forschungsergebnisse zeigen laut Jupiter, dass das Internet die Offline-Ausgaben stärker als die Online-Ausgaben beeinflusst. Nur 25 Prozent der 80 Millionen Surfer in Europa werden im Internet einkaufen. Dagegen werden 36 Prozent dieser Personen das Internet im November und Dezember dazu nutzen, um nach Geschenken zu stöbern.

Die Prognosen von Jupiter gehen davon aus, dass die deutschen und britischen E-Shopper zur Weihnachtszeit am meisten Geld im Internet ausgeben werden. Die Umsätze für Deutschland werden auf 490 und für Großbritannien auf 591 Millionen Euro geschätzt. Schwedische Nutzer werden für 114 Millionen Euro im Web einkaufen, französische für 106 Millionen.

An Weihnachten werden vor allem Produkte aus den Bereichen Musik und Spielwaren besonders gut verkauft werden. 103 Millionen Euro werden europäische Onlinekäufer für Musik ausgeben, also git ein drittel des prognostizierten Gesamtumsatzes (297 Millionen Euro) in diesem Segment. Die Europäer werden im Weihnachtsrummel für 36 Millionen Euro Spielwaren kaufen, was einem Drittel des Jahresumsatzes im Internet entspeicht.
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