Online Marketing Kongress: Konsolidierungswelle wird viele Vermarkter erfassen

Donnerstag, 02. Juli 2009
Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media
Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media

Von den 300 bis 500 Online-Vermarktern in Deutschland werden viele die aktuelle Konsolidierungsphse nicht überstehen. Nach Schätzung von Matthias Ehrlich wird es bereits für jene Unternehmen eng werden, die im Vermarkterranking der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung unterhalb von Platz 15 gelistet sind. Dies sagte der Vorstand von United Internet Media (UIM) beim Online Marketing Kongress von HORIZONT in Bad Homburg. Doch das Kriterium der Größe ist für das Überleben nicht allein ausschlaggebend. "Es werden auch jene bestehen können, die sehr gut eine Nische bedienen", prognostiziert Terry von Bibra, Geschäftsführer Yahoo Deutschland. Dass dem Markt eine Bereinigung gut tun würde, darüber waren sich die Diskutanten einig. "Es gibt definitiv zu viele Vermarkter. Aus Agentursicht ist eine Konsolidierung anzustreben", sagt Klaus Ahrens, Geschäftsführer Pilot 1/0.

Aktuell machen sich aber nicht mehr nur die Vermarkter untereinander Konkurrenz, auch die Mediaagenturen dringen zunehmend in deren Domäne vor. Beispielsweise im Bereich Targeting, ein klassisches Aufgabengebiet für Vermarkter, werden Agenturen zunehmend aktiv. Agenturchef Ahrens verteidigte dies: "In unserem Job definieren wir uns darüber, dass wir ein großes Wissen über Zielgruppen haben. Das gehört zu einem Kernasset jeder Mediaagentur." Dass er damit den Vermarktern Konkurrenz machen wolle, stritt er zumindest für seine Agentur ab.

Frank Bachér, Geschäftsführer Interactive Media
Frank Bachér, Geschäftsführer Interactive Media
Neben den Auswirkungen der Wirtschaftskrise wurde auch über positive Themen diskutiert. Dazu gehört der Boom von Video-Werbung. "Bewegtbild ist ein großer Wachstumstreiber. Unser Inventar ist ausverkauft", sagt Frank Bachér von Interactive Media in Darmstadt. Aber er mahnte auch zu mehr Ehrlichkeit, denn es gebe gerade in diesem Segment noch viele Baustellen. "Wir brauchen eine Standardisierung der Player und wir müssen daran arbeiten, die Wirkung von Video Ads belegbar zu machen." Zudem fehle es momentan noch an Reichweite. UIM-Vorstand Ehrlich sieht die Branche jedoch auf einem guten Weg. "Die Kreativagenturen gehen das Thema jetzt an und das Know-how steigt insgesamt." bn
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