Online-Buchungstool: Verlage wollen die lokale Nische verteidigen

Donnerstag, 12. August 2010
Art-und-Weise-Geschäftsführer Dirk Beckmann
Art-und-Weise-Geschäftsführer Dirk Beckmann

Die Bremer Digital-Agentur Art und Weise hat eine Software-Lösung für die lokale Online-Vermarktung von Tageszeitungen entwickelt. Das Tool Aditory ermöglicht die Buchung von fixen, gezielt ausgewählten Online-Werbeflächen in individuell festgelegten Zeitfenstern ohne Rotation. Darüber hinaus ist ein Gestaltungsmodul enthalten, das das Erstellen der Werbemittel erleichtern soll. In der Software sieht Art-und-Weise-Geschäftsführer Dirk Beckmann "eine Chance auf die Erschließung und Wiederbelebung lokaler Anzeigenmärkte". Dabei ist es für die regionalen Verlage bereits fünf vor zwölf. Während es viele jahrelang versäumt haben, ihre Werbekunden ins Web zu locken, drängen nun zunehmend internationale Player in die lokale Nische - allen voran der Suchmaschinenriese Google. Schnelles Handeln ist daher gefragt.

Vier Tageszeitungsverlage hat Art und Weise bisher als Kunden gewonnen: Aschendorff Medien in Münster, Bremer Tageszeitungen, die Nordwest-Zeitung Verlagsgesellschaft in Oldenburg und die Essener WAZ Mediengruppe. Weitere Printhäuser haben nach Angaben von Beckmann ihr Interesse bekundet.

Die Software wird mit einer Schnittstelle zum Server des Onlinevermarkters für Tageszeitungen, OMS, geliefert und soll somit leicht in die bestehende Infrastruktur integriert werden können. Eine Konkurrenz zu OMS stelle Aditory nicht dar, sondern eine Ergänzung. Während das Tool vor allem für lokale und regionale Werbungtreibende gedacht ist, spricht OMS überregionale Kunden an.

Die Abrechnung setzt nicht auf die klassischen Online-Modelle wie TKP und CPC, sondern orientiert sich an Print. Die Preise sind abhängig von der Platzierung und dem gebuchten Zeitraum. Beckmann will damit den kleinen und mittelständischen Unternehmen den Einstieg in die Online-Werbung erleichtern.

Für das Tool spreche zudem die "einfache und intuitive Bedienbarkeit", betont Jens Tittmann, der als Geschäftsführer von Weser-Kurier Digital das Tool mitentwickelt hat. "Ich kann es unserer Vermarktungsmannschaft zur Verfügung stellen, ohne viel Geld und Zeit in Schulungen stecken zu müssen." Zudem hofft er, dass die Werbekunden die Software mittel- bis langfristig selbst bedienen können. bn
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