Onken leitet Hamburger Morgenpost

Montag, 03. Juli 2006
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Bei der BV Deutsche Zeitungsholding des britischen Finanzinvestors David Montgomery sind die seit Wochen erwarteten Personalentscheidungen gefallen: Matthias Onken, bisheriger stellvertretender Chefredakteur der "Hamburger Morgenpost", tritt beim hanseatischen Boulevardblatt die Nachfolge von Josef Depenbrock an, der Ende Mai als Chefredakteur zur "Berliner Zeitung" wechselte. Damit konnte sich Depenbrock durchsetzen, der den 34-Jährigen seit seinem Wechsel als Nachfolger favorisiert hatte. Hans-Peter Buschheuer, 53, Chefredakteur des "Berliner Kurier", der ebenfalls als Kandidat für den Chefposten bei der "Morgenpost" gehandelt worden war, steigt zum "Chefredakteur Kaufzeitungen" bei der BV Deutsche Zeitungsholding auf. In dieser neu geschaffenen Position ist er für die "Entwicklung von Synergien und Kooperationen zwischen den beiden Kaufzeitungen in Hamburg und Berlin" zuständig. Bereits in der Vergangenheit war darüber spekuliert worden, dass die Kaufzeitungen näher zusammenrücken müssen, um die ehrgeizigen Renditevorgaben zu erfüllen, die im zweistelligen Bereich liegen sollen. Buschheuer hatte sich vergangenes Jahr, wie sein damaliger Kollege der "Berliner Zeitung", Uwe Vorkötter, gegen die Übernahme des Berliner Verlags durch Montgomery gewehrt. Vorkötter, der mittlerweile zur "Frankfurter Rundschau" gewechselt hat, hatte darauf verzichtet, Anteile an der neuen VZ Deutsche Zeitungsholding zu kaufen, die dem Management und den Chefredakteuren des Berliner Verlags angeboten hatte. Ob Buschheuer sich an der BV beteiligt hat, ist nicht bekannt.

Offiziell wird nun auch der Wechsel von Frank Willers nach Hamburg als Geschäftsführer des Morgenpost Verlags. Bis vor kurzem hatte Depenbrock auch diese Aufgabe wahr genommen. Der 45-jährige Willers wird außerdem seine derzeitige Position als Geschäftsführer der BVZ Anzeigenholding, zu der das "Berliner Abendblatt" gehört, behalten. Seine Stellvertreterin wird die 38-jährige Kerstin Sikorski, die diese Aufgaben zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Kaufmännische Leiterin wahrnehmen wird. pap

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