Olympia multimedial: ARD und ZDF jubeln über Rekordzugriffe im Netz

Freitag, 10. August 2012
ARD und ZDF bieten im Netz bis zu sechs parallele Livestreams aus London
ARD und ZDF bieten im Netz bis zu sechs parallele Livestreams aus London


Noch nie waren die Olympischen Spiele so multimedial wie die Sommerspiele 2012 in London. ARD und ZDF bieten neben den Übertragungen im klassischen Fernsehen bis zu sechs parallele Livestreams von den Wettkämpfen im Internet an. Der Ansturm auf das Angebot ist überwältigend. "Die Olympischen Sommerspiele 2012 haben eine neue Ära des Fernsehens eingeläutet. Mit Olympia 2012 wurde Internet-TV zum Massenphänomen", meint Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Laut einer Umfrage des Branchenverbands hat jeder vierte Deutsche in den vergangenen Tagen Live-Übertragungen der Spiele auf seinem Computer oder Handy gesehen. "Dank immer größerer Bandbreiten machen Live-Streams mittlerweile richtig Spaß. Die Zuschauer konnten bei den Olympischen Spielen aus einem großen Online-Programmangebot der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender auswählen und so erstmals ihr persönliches Programm selbst zusammenstellen", sagt Rohleder. 

Vor allem männliche Sportfans haben die vielfältigen Empfangsmöglichkeiten dankbar genutzt: Hier lag der Anteil bei 32 Prozent, bei den Frauen haben 18 Prozent Wettkämpfe über das Internet verfolgt. Wenig überraschend: Bei den Digital Natives unter 30 Jahren ist der Anteil mit 42 Prozent besonders hoch, während bei den älteren Menschen über 65 Jahren nur 10 Prozent andere Übertragungswege als das klassische Fernsehen genutzt haben.

ARD und ZDF selbst wurden von dem Ansturm auf ihre Sport-Angebote im Internet überrascht: "Unsere Erwartungen wurden bei weitem übertroffen", sagte ARD-Teamchef Walter Johannsen vom NDR. "Die Resonanz im Netz zeigt: Mit unserem Livestream-Angebot liegen wir goldrichtig." Die ARD verzeichntete allein während der ersten vier Wettkampftage 10 Millionen Zugriffe auf die Live-Streams im Internet. Das Portal Sportschau.de/olympia verzeichnete bereits am ersten Tag der Spiele in London so viele Zugriffe wie während der gesamten Sommerspiele vor vier Jahren in Peking.

Auch die Mediathek des ZDF registrierte mit rund 2 Millionen Video-Zugriffen pro Tag seit Beginn der Spiele fast doppelt so hohe Zugriffszahlen wie im bisherigen Tagesdurchschnitt 2012. Am 5. August, als das 100-Meter-Finale der Männer übertragen wurde, verzeichnete die Mediathek 2,8 Millionen Zugriffe. "Mit unserem umfangreichen Online-Angebot kann sich jeder Zuschauer sein individuelles Olympia-Programm zusammenstellen. Unsere Livestreams ermöglichen, sich ganz auf einen Wettbewerb zu konzentrieren. Wir freuen uns, dass so viele Zuschauer diese neue Dimension des Fernsehens nutzen", sagt ZDF-Chefredakteur Peter Frey.

Bitkom-Chef Rohleder geht davon aus, dass die zunehmende Verfügbarkeit schneller mobiler Internetzugänge per LTE der mobilen TV-Nutzung einen weiteren Schub bringen wird: "Die Olympischen Sommerspiele haben erstmals einen Blick in die Fernsehwelt der Zukunft geöffnet. Das Internet befreit das Fernsehen von festen Orten, Zeiten und Programmen. Internet-TV ist mobil, zeitunabhängig und individuell." dh
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