Oliver Kalkofe: "Müsste TV-Teams eine Handgranate ins Büro werfen"

Montag, 08. Oktober 2012
Oliver Kalkofe kehrt am Freitag zurück auf die Mattscheibe
Oliver Kalkofe kehrt am Freitag zurück auf die Mattscheibe


Am kommenden Freitag kehrt nach vier Jahren Pause "Kalkofes Mattscheibe" wieder auf den Bildschirm zurück. Im "Focus"-Interview macht der TV-Kritiker Oliver Kalkofe seinem Ärger über menschenverachtendes Reality-TV und zynische Redaktionen Luft. Was in gescripteten Reality-Formaten wie "Frauentausch" und "Bauer sucht Frau" passiere, sei "menschenverachtend", kritisiert Kalkofe. Die Redaktionen würden das Geschehen so stark verfälschen, "dass sich die Leute selbst kaum wiedererkennen. Alles muss krass und eklig sein. (...) Diesen Fernsehteams müsste man eine Handgranate ins Büro werfen."

Die Flut der Reality-Formate habe auch mit der Gewinnmaximierung der TV-Konzerne zu tun: "Die Privaten steigern trotz des schlechten Programms nach wie vor ihre Rendite. Das liegt aber nicht daran, dass so viele Leute zuschauen, sondern dass die schlicht kein Geld mehr ausgeben für ihre Sendungen." Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist nach Meinung von Kalkofe aber auch nicht besser: "Auch über die Kneifaugen-Kanäle ARD und ZDF ärgere ich mich sehr. Was den Öffentlich-Rechtlichen an Irrsinn mangelt, machen sie mit Faulheit wieder wett."

Das Argument, dass das Publikum das Programm bekomme, das es verdient, findet der Komiker übrigens "böse und zynisch": Die Zuschauer könnten schließlich nur zwischen dem entscheiden, was gerade im Programm läuft, so Kalkofe. "Ebenso können sie einem Gefangenen immer nur Wasser und Brot vorsetzen und danach behaupten: Er isst es, also mag er es auch und will gar nichts anderes." Die neuen Folgen von "Kalkofes Mattscheibe - Rekalked" kommen ab dem 12. Oktober immer freitags auf Tele 5. dh
Meist gelesen
stats