Oliver Kahn: „Armstrong ist eine fatale Geschichte“

Donnerstag, 14. Februar 2013
Oliver Kahn (Foto: Manfred Esser)
Oliver Kahn (Foto: Manfred Esser)

Auch fünf Jahre nach seinem Abschied aus dem Profifußball mischt Torwart-Legende Oliver Kahn im Mediengeschäft noch kräftig mit. Im HORIZONT-Interview sagt er, was er über seinen Markenwert, über Daniela Katzenberger und über Lance Armstrong denkt. Wie hoch ist eigentlich der Markenwert von Oliver Kahn? Das lässt sich nur schwer beziffern. Der Wert ist jedenfalls fünf Jahre nach meinem Abschied vom Profifußball nicht gesunken, sondern bewegt sich eher nach oben. Das lässt sich an der Anzahl Partnerschaften festmachen und auch daran, dass ich derzeit vorwiegend längerfristig laufende Verträge mit meinen Werbepartnern eingegangen bin.

Mit welcher Strategie schützen Sie sich vor medialen Angriffen? Problematisch ist es, wenn ein Star für sich selbst keine klare Strategie im Umgang mit den sozialen Medien verfolgt und beispielsweise von Werbepartnern in den unterschiedlichen Kanälen unterschiedlich genutzt wird. Zudem trenne ich strikt meinen professionellen Auftritt von meinem Privatleben. Ein veröffentlichtes Privatleben bietet zwar ein hohes Chancenpotential, aber auch ein hohes Gefahrenpotential.

Nehmen wir mal das Beispiel Daniela Katzenberger - was halten Sie von Menschen, die erst durch Medien und Werbung überhaupt zur Marke werden? Es ist jedem selbst überlassen, wie er zur Marke wird. Auf lange Sicht ist es jedoch unabdinglich, eine solide Basis zu schaffen, auf der man aufbauen kann und die man idealerweise kontinuierlich erweitert. Meine Erfolge als Profisportler sind beispielsweise eine wichtige Grundlage. Es geht aber vor allem darum, das im Sport Erreichte sinnvoll in das danach folgende Leben zu transferieren. Eine Marke ohne Substanz kann langfristig nur schwer am Markt überleben.

Und was sagen Sie zu Lance Armstrong – ist seine Marke tot? Es ist immer problematisch, wenn das Fremdbild nicht mit dem Selbstbild der Marke übereinstimmt. Sich als Saubermann in der Öffentlichkeit zu inszenieren, aber in Wirklichkeit über viele Jahre hinweg zu dopen, ist eine höchst riskante Angelegenheit. Dass die Doping-Affäre öffentlich wurde, hat eine immens negative Auswirkung auf Lance Armstrong als Marke und auch letztlich auf seine Person. Von heute auf morgen hat er all seine Glaubwürdigkeit verloren. Das ist eine fatale Geschichte, denn die Menschen haben sich den Sportler zum Vorbild genommen und sich an ihm orientiert. as
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