Oliver Eckert löst Jochen Wegner bei Tomorrow Focus ab

Dienstag, 05. Oktober 2010
Jochen Wegner verlässt Focus Online
Jochen Wegner verlässt Focus Online

Die Burda-Tochter Tomorrow Focus verliert einen ihrer wichtigsten und kreativsten Köpfe: Jochen Wegner räumt Ende Oktober seinen Posten als Chefredakteur des Nachrichtenportals Focus Online und als Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media. Der 40-Jährige macht sich selbstständig, um gemeinsam mit dem Software-Unternehmer Marco Börries, 42, (unter anderem StarOffice) ein Start-Up aufzubauen. Ziel ist es, eine internationale Plattform für digitale Medien zu entwickeln. Die neu gegründete Gesellschaft heißt Mag10 Publishing. Hier übernimmt Wegner am 1. November die Position des alleinigen Geschäftsführers, Börries spielt den Part des aktiven Gesellschafters. Gegenüber HORIZONT.NET erläutert Wegner die Entstehungsgeschichte: "Ich kenne Marco Börries schon lange. Seit das iPad auf dem Markt ist, haben wir immer wieder über mögliche Geschäftsmodelle diskutiert. Er ist leidenschaftlicher Magazinleser und sehr begeistert von der Idee, ein Ökosystem für diese neuen Devices aufzubauen, in dem sich der Journalismus noch einmal völlig neu erfinden kann." Konkretere Angaben will er noch nicht machen. Wegner glaubt an eine Revolution in der digitalen Welt und möchte maßgeblich daran teilhaben. "So eine Chance bekommt man nur einmal und deshalb musste ich zugreifen", begründet er die Entscheidung.

Wegners Nachfolge bei Tomorrow Focus tritt Oliver Eckert an, der seit dem 1. Januar 2009 Geschäftsführer des Portals Finanzen 100 ist, das mehrheitlich zu Tomorrow Focus gehört. Unter anderem hat er bereits als Redaktionsleiter von Bild.de und Chefredakteur sowie Geschäftsführer von RP Online gearbeitet. Sein künftiges Aufgabengebiet als Geschäftsführer von Tomorrow Focus Media umfasst deren journalistischen Portale, allen voran Focus Online. Für den Bereich Online-Vermarktung ist weiterhin Martin Lütgenau verantwortlich. Das heißt, Lütgenau und Eckert werden die Tomorrow Focus Media gemeinsam führen. Eckert bleibt zudem Geschäftsführer von Finanzen 100.

Für Tomorrow Focus stellt der Weggang von Wegner ein echter Verlust dar. Immerhin hat er das Portal maßgeblich geprägt und mit den Angeboten Nachrichten.de und Finanzen 100 weitere Beiboote zur Marke Focus Online gestartet. Das Feld für den Nachfolger Eckert ist bestellt. Erst im Sommer hat Wegner die Nachrichtensite einem umfassenden Relaunch unterzogen und eine iPad-Version gestartet.

Derzeit liegt Focus Online laut der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung mit 7,3 Millionen Unique Usern auf Platz 4 der journalistischen Nachrichtenportale in Deutschland hinter Bild.de, Spiegel Online und N24.de. Wie Christoph Schuh, Vorstand von Tomorrow Focus, jüngst gegenüber HORIZONT erklärt hat, verzeichnet das Angebot seit dem Relaunch ein zweistelliges Umsatzwachstum. Die Chancen stehen damit gut, dass Focus Online auch in diesem Jahr erneut schwarze Zahlen schreibt. bn
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