Offiziell: Red Bull bringt "Servus" nach Bayern / Vermarktungspakete mit Servus TV

Montag, 27. Februar 2012
"Servus" soll Bayern erobern
"Servus" soll Bayern erobern

Na Servus, jetzt ist es bestätigt: Der österreichische Getränkehersteller Red Bull, der in seinem Heimatland längst auch Zeitschriften herausgibt und einen TV-Sender betreibt, bringt sein Landlebensgefühl-Magazin „Servus in Stadt & Land" nun auch in Deutschland auf den Markt - und zwar für Bayern. Dies teilt der Red Bulletin Verlag in Wien, der zum Red Bull Media House (die Mediensparte des Getränkeriesen) gehört, jetzt mit. HORIZONT.NET hat bereits in der vergangenen Woche über das Projekt berichtet. „Servus in Stadt & Land" erscheint am Dienstag dieser Woche mit einer zu über 70 Prozent eigenständigen Bayern-Ausgabe. Und ab dann monatlich. Die Heftdaten: Druckauflage zunächst 70.000 Stück, 156 Seiten, Copypreis 3,90 Euro. Seine Verkaufserwartungen möchte der Verlag nicht beziffern, betont aber, dass „Servus", in Österreich seit November 2010 auf dem Markt, dort mit zuletzt über 100.000 Heften als das meistverkaufte Monatsmagazin gilt.

Alexander Koppel, Geschäftsführer beim Red Bulletin Verlag
Alexander Koppel, Geschäftsführer beim Red Bulletin Verlag
Mit Rückbesinnung auf Natürlichkeit, Bodenständigkeit und Regionalität will man den Nerv der Zeit treffen - „Entschleunigung für eine immer schnelllebigere Medienwelt." Die weibliche Zielgruppe sei „im mittleren Alter" und einkommensstark. Die Macher sehen ihr Heft als regionales Lebensgefühl-, Wohlfühl- und modernes Heimatmagazin, das seine Themen im jahreszeitlichen Rhythmus abdecke: Natur/Garten, Essen/Trinken, Wohnen, Land und Leute, Brauchtum und Mythen. Neben der Stammredaktion in der Wiener Zentrale will der Red Bulletin Verlag eine kleine Niederlassung in München aufbauen.

Warum wählt „Servus" für seinen Deutschland-Start gerade Bayern? Die österreichische Ausgabe ist seit September 2011 auch hierzulande erhältlich. Man habe viel Zuspruch erhalten - und aus Bayern den Wunsch nach einer eigenen Ausgabe. Gibt es Gedanken, „Servus" später einmal auf Rest-Deutschland auszudehnen? Derzeit nicht, sagt Alexander Koppel, Geschäftsführer beim Red Bulletin Verlag, gegenüber HORIZONT.NET: „Im Moment konzentrieren wir uns zur Gänze auf die Markteinführung der Bayern-Ausgabe."

Der Markt ist allerdings dicht besetzt: Nach dem Erfolg von „Landlust" aus dem Landwirtschaftsverlag haben auch andere das Segment entdeckt, darunter Burda („Mein schönes Land") und WAZ-Gruppe („Landidee"). Wie will sich „Servus" abheben? Man wolle die gesamten bayerischen Regionen abdecken, sagt Koppel, das mache den Unterschied.

Und dann gibt es da noch den österreichischen Fernsehsender Servus TV von Red Bull Media House, der deutschlandweit im digitalen Kabel (in Bayern ab April flächendeckend auch im analogen Kabel), über Astra Satellit sowie über das Internet-TV Entertain der Telekom zu sehen ist. „Bayern ist Kernverbreitungsgebiet", so Servus-TV-Geschäftsführer Martin Blank. Deshalb fänden in diversen Formaten auch immer wieder Bayern-affine Themen statt. Blank und Koppel kündigen „gemeinsame Vermarktungspakete" zwischen Sender und Heft an.

Der „Servus"-Expansion war jüngst ein Teilrückzug beim größten Titel vorausgegangen: Der Verlag hatte sein monatliches Lifestyle- und Sportmagazin „Red Bulletin" hierzulande nach nur acht Monaten aus dem Einzelverkauf zurückgezogen. Das Heft, das mehrsprachig in zwölf Ländern erscheint (Verbreitung: 3,7 Millionen Hefte), bleibt aber Supplement der „FAZ". Das „Red Bulletin" sei in Deutschland weiterhin in einer Auflage von derzeit über 300.000 Exemplaren über unterschiedliche Kanäle erhältlich, betont Koppel. rp
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