Offiziell: Medienmogul Malone darf Kabel BW übernehmen

Freitag, 16. Dezember 2011

Nun ist es offiziell: Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von Kabel BW durch den US-Konzern Liberty Global genehmigt - allerdings unter Auflagen. Wie erwartet muss das John Malone gehörende Unternehmen muss Sonderkündigungsrechte für so genannte große Gestattungsverträge für die Wohnungswirtschaft einräumen und die Verschlüsselung digitaler Free-TV-Programme beenden. Damit kann Liberty nun in Deutschland eine zweite große Kraft zu Kabel Deutschland aufbauen, die 13 Bundesländer beliefert. Denn zu Liberty gehört bereits Unity Media. Der Kabelnetzbetreiber deckt die bevölkerungsstarken Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen ab.

Der 3,2 Milliarden Euro schwere Deal drohte zuletzt zu scheitern. Anfang November hatte das Kartellamt nach monatelanger Prüfung in Aussicht gestellt, die Übernahme zu untersagen, weil sich Kabel Deutschland und Liberty Deutschland damit aufteilen. Die Zugeständnisse, die Liberty angesichts des drohenden Verbots gemacht hat, scheinen die Bonner Behörde überzeugt zu haben: "Die Freigabe konnte nur aufgrund von weitreichenden Zusagen der Unternehmen erteilt werden. Hier sehen wir die Chance auf mehr Wettbewerb auf den Kabelmärkten", kommentiert Kartellamts-Präsident Andreas Mundt die seit Monaten schwebende Entscheidung.

"Durch die Verpflichtung, große langfristige Verträge mit der Wohnungswirtschaft zu öffnen und weitere vertragliche Rechte sowie die Grundverschlüsselung digitaler Free-TV-Programme aufzugeben, werden die negativen Auswirkungen des Zusammenschlusses kompensiert", so Mundt weiter.

Da die beiden Gesellschaften regional nicht miteinander konkurrieren, dürfte sich der Wettbewerb allerdings nun noch stärker zwischen den Übertragungswegen abspielen: Kabel ist mit 51,9 Prozent der Haushalte (Stand: Ende 2010) zwar der wichtigste Übertragungsweg in Deutschland, Satellit konnte jedoch in den vergangenen Jahren leicht aufholen (43,5 Prozent), auch der bereits vollständig digitalisierte terrestrische Übertragungsstandard DVB-T hat zugelegt (10,6 Prozent). Noch deutlich ausbaufähig ist die Übertragung via Internet: DSL-TV lag Ende 2010 bei 2,8 Prozent. pap
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