Offensiver 100-Tage-Markttest: „Bild“ schrumpft in Hamburg auf „Mopo“-Format

Montag, 23. April 2012
Das Axel-Springer-Haus in Hamburg
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Kleine Seiten zum großen Anlass: Axel Springer nutzt den 100. Geburtstag seines 1985 verstorbenen Verlagsgründers und „Bild"-Erfinders für einen Markttest im Norden. Ab Montag, 7. Mai, erscheint die Hamburger „Bild"-Ausgabe in ihrem Verbreitungsgebiet im kleineren Tabloid-Format. Die Aktion endet am 14. August - nach symbolischen 100 Tagen. Das geschrumpfte Blatt (Copypreis: 70 Cent), das in dieser Zeit parallel zum klassischen Format erscheint, enthält alle redaktionellen Inhalte und Anzeigen der regulären Zeitung. Layout, Gewichtung und Sortierung der Inhalte sind dabei auf das kleinere Format abgestimmt, um eine gute Lesbarkeit und Nutzungskomfort zu bieten, so Springer.

Nur eine nette Geburtstagsaktion? Nein. Man darf davon ausgehen, dass das „Bild"-Team in Hamburg generell die Akzeptanz einer Tabloid-Ausgabe testen will - und zwar etwas anders als in München. Dort erscheint „Bild" bereits seit 2009 parallel im Tabloid-Format, allerdings nur 1:1 kleiner kopiert und bisweilen entsprechend mühsam lesbar. Einen dritten Weg geht Springer seit Jahren bei der „Welt": Mit „Welt Kompakt" erscheint in zahlreichen Städten eine eigenständige Ausgabe neben dem Großformat.

Zurück nach Hamburg. Dort möchte man mit der kleinen „Bild" jüngere mobile Zielgruppen erreichen: in Bussen, Bahnen und Cafés. Das ist zugleich eine Kampfansage an die ebenfalls im Tabloid-Format gedruckte „Hamburger Morgenpost" (M. DuMont Schauberg), die in der Hansestadt mit relativ stabiler Auflage vielfach als Pendler- und Kaffeepausen-Zeitung genutzt wird. hor
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