Offener Brief: Redaktion der Berliner Zeitung zeigt ihren Triumph über die Heuschrecke

Freitag, 27. März 2009
David Montgomery wurde zum Sinnbild einer "Heuschrecke"
David Montgomery wurde zum Sinnbild einer "Heuschrecke"

Nachdem die britische Mecom-Gruppe des Finanzinvestors David Montgomery den Berliner Verlag verkauft hat, meldet sich nun die Redaktion zu Wort. In der morgigen Ausgabe der "Berliner Zeitung" (BLZ) erscheint ein Brief an die Leser, der HORIZONT.NET bereits vorliegt. Das Schreiben zeigt deutlich, wie erleichtert die Mitarbeiter sind, dass die sogenannte Heuschrecke Montgomery und sein Deutschlandstatthalter Josef Depenbrock abgezogen sind. "Für die Berliner Zeitung beginnt eine Ära des Aufbruchs. Die Phase, in der wir die Qualität der Zeitung gegen überzogene Renditeerwatungen verteidigen mussten, ist vorüber", heißt es in dem Brief. Gegenüber dem neuen Besitzer M. DuMont Schauberg sind die "BLZ"-Mitarbeiter positiv gestimmt. Die Redaktion sei "erleichtert", dass der Verlag einen "renommierten, im Zeitungsgeschäft erfahrenen Eigentümer" bekommen hat. Montgomery hat das Berliner Medienhaus 2005 übernommen und gemeinsam mit Josef Depenbrock, Chefredakteur der "BLZ" und Geschäftsführer des Berliner Verlags, einen harten Sparkurs eingeschlagen. Dagegen rebellierten die Mitarbeiter mehrfach. Sie haben demonstriert, Resolutionen verfasst und sind vor Gericht gezogen. Nun hat sich Montgomery mit dem Verkauf komplett aus Deutschland zurückgezogen. Depenbrock hat seine Ämter Ende vergangener Woche niedergelegt.

Für die Zukunft gibt sich die Redaktion auch weiterhin kämpferisch. Ab sofort will sie die Energie aber wieder für andere Projekte anstatt interne Reibereien nutzen. Die Ansage an die Konkurrenz auf dem schwierigen Zeitungsmarkt der Hauptstadt: "Wir wollen unsere führende Rolle in der Region Berlin/Brandenburg ausbauen." bn
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