Ofen aus: G+J stellt Kochzeitschrift „Viva“ ein

Dienstag, 10. Juni 2008
Sieht keine keine verlegerische Perspektive für "Viva": Thomas Lindner
Sieht keine keine verlegerische Perspektive für "Viva": Thomas Lindner

Kein schöner Einstand für Thomas Lindner, den erst seit April amtierenden Geschäftsführer der G+J-Verlagsgruppe Living: Als eine seiner ersten Entscheidungen muss er das Aus für das Food-Magazin „Viva“ verkünden. Der monatliche Pocket-Titel wird eingestellt und erscheint am 23. Juni zum letzten Mal. G+J hatte das Heft im November 2005 als Weiterentwicklung von „Schöner Essen“ gestartet. Zuletzt erreichte „Viva“ eine verkaufte Auflage von nur noch rund 63.000 Exemplaren (IVW 1/2008).

In den Quartalen zuvor wurde die Auflage durch Sonderverkäufe in Höhe von weiteren rund 60.000 Heften aufs Doppelte gepusht – dahinter steckte eine Vertriebskooperation mit dem Discounter Plus, die 2008 beendet wurde.

Viva erscheint am 23. Juni zum letzten Mal
Viva erscheint am 23. Juni zum letzten Mal
Überraschend kommt das Aus für „Viva“ also nicht. Offenbar vollzieht Lindner nun einen Schritt, den sich seine Vorgängerin Angelika Jahr – bis April zugleich journalistischer Vorstand und nun G+J-Aufsichtsrätin – zu ihrem Ausscheiden aus dem operativen Geschäft ersparen wollte. Oder der Verlag ihr. „Leider konnte sich das Konzept von Viva, leichte und gesunde Küche mit kreativen, alltagstauglichen Rezeptideen in Einklang zu bringen, nicht am Markt etablieren. Dauerhaft haben wir für das Magazin keine verlegerische Perspektive gesehen und uns daher zur Einstellung entschlossen“, sagt Lindner. Da „Viva“ von der „Essen & Trinken“-Redaktion mitproduziert wurde, seien keine Arbeitsplätze gefährdet, so der Verlag.
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