OWM zu Crossmedia-Währung: "Durch den Mixer gejagtes Püree hilft keinem"

Donnerstag, 09. Dezember 2010
Geschäftsführer Schütz will kein Mischmasch
Geschäftsführer Schütz will kein Mischmasch

Die zuletzt von Axel-Springer-Chef Matthias Döpfner geforderte Crossmedia-Währung, die Print- und Onlinereichweiten mischen soll, stößt bei den Werbungtreibenden auf deutlichen Widerstand. In einer Stellungnahme kritisiert die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) den Ansatz: "Ein durch den Mixer gejagtes Püree aus Print-, Online- oder mobilen Auflagen, dessen Bestandteile nicht mehr erkennbar sind, hilft weder den Medien, noch wird es von den werbenden Unternehmen akzeptiert werden", warnt OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz. "Aus Sicht der OWM ist dieser Ansatz verständlich, aber nicht akzeptabel. Verschiedene Werbeträger können nicht  - wie von Verlagsseite gefordert - einfach zusammengezählt werden", verdeutlicht der OWM-Vorsitzender Uwe Becker. Für die Verlage ist der Ansatz, den sinkenden Printauflagen einfach die steigenen Onlinezahlen hinzuzuaddieren, verführerisch. Da es sich dabei jedoch nicht um die gleichen Währungen handelt, ist ein solches Rechenmodell methodisch alles andere als trivial. Der OWM stört sich daher daran, Printauflagen und Onlineabos wie Apps, zu addieren. "Ich warne davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Die Auflagen von Print können nicht ohne weiteres mit den Online-Abos in einen Topf geworfen und einfach addiert werden", so Schütz.

Die OWM hat drei Kriterien entwickelt, die erfüllt sein müssen, um Print mit den neuen digitalen Angeboten vergleichbar zu machen: Das digitale Angebot müsste ein 1:1-Abbild des Printproduktes sein, wie zum Beispiel ein PDF-Dokument. Die Preise für das digitale Angebot müssen in der richtigen Relation zu Print stehen. Und die Ausweisung beider Medien erfolgt weiterhin in getrennten Datensätzen, die aber bei Bedarf addiert werden können.

Der Verband macht sich dafür stark, dass die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (AG.MA) weiter an einer relevanten Intermedia-Datei arbeitet. "Der Markt braucht für die intermediale Vergleichbarkeit von Reichweiten anerkannte Standards und keine Insellösungen", begründet Becker die Forderung an die AG.MA. pap
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