OWM fordert anteilige Anrechnung der Split-Screen-Spots

Mittwoch, 01. März 2000

Nach Ansicht der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) haben die am 1. April in Kraft tretenden Werberichtlinien die durch die Staatsvertragsnovelle eröffneten Freiräume nicht voll ausgeschöpft. Dass Werbespots im Split-Screen vollständig auf die Dauer der Spotwerbung anzurechnen sind, "ist eine erhebliche Belastung dieses neuen und sicherlich außerordentlich kreativ einzusetzenden Instruments", erklärte OWM-Vorsitzender und Media-Direktor Procter & Gamble Hartmut Reuff. Der OWM schlägt unabhängig von der Größe des Werbefensters eine 50-prozentige Anrechnung der Länge des Split-Screen-Spots vor. Zudem fordert der OWM eine Lockerung der für den Verband unverständlichen Regelung, dass bei der virtuellen Werbung keine neuen Werbeflächen geschaffen werden dürfen. Bezüglich der Liberalisierung der 20-Minuten-Abstandsregel zwischen Werbeblöcken seien die Bestimmungen der Werberichtlinien zu detailliert. Es sei laut OWM ausreichend, wenn Ausnahmen von der 20-Minuten-Regel "generell möglich" sind und die "programmliche Dramaturgie hierdurch nicht beeinträchtigt wird", erklärt Reuff. Daneben regt der OWM an, die Pflichthinweise für OTC-Produkte künftig nicht auf das Werbekontingent der Sender anzurechnen. Die den Sendern verbleibende Werbezeit könnte anderweitig vermarktet werden, während den Werbungtreibenden für die Ausstrahlung der Pflichthinweise keine Kosten entstünden. Mit Hinblick auf die 5. Novelle des Rundfunkstaatsvertrags fordert der OWM erneut eine Liberalisierung der Werberegelungen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Es sei eine unabdingbare Voraussetzung für den fairen Wettbewerb zwischen den Rundfunkanstalten, daß die 20-Uhr-Werbegrenze für ARD und ZDF aufgehoben werde. Falls der 5. Rundfunkänderungsstaatsvertrag ein Sponsoringverbot für ARD und ZDF nach 20 Uhr vorsehe, sei diese nur bei einer entsprechend attraktiven Kompensation hinnehmbar: Denkbar wäre, dass Spotwerbung nach 20 Uhr künftig im Umfeld von Sportsendungen ermöglicht würde, sofern diese Sendungen vor 20 Uhr bereits begonnen hätten. Anlässlich der Überprüfung der EU-Fernsehrichtlinie im nächsten Jahr will sich der OWM für das Aufheben quantitativer Werberegulierungen sowie für die Beseitigung von Werbeverboten für bestimmte Branchen in den Medien einsetzen.
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