OWM-Fachtagung: Bundeskartellamt-Chef gegen Öffnung der 20-Uhr-Werbegrenze

Freitag, 24. April 1998

Vehement forderte die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) auf ihrer dritten Fachtagung, die heute in Hamburg stattfand, mehr Wettbewerb im TV-Werbemarkt. Sollten die TV-Anbieter weiterhin ihre Hochpreispolitik verfolgen,, "dann werden wir uns fragen, ob TV in der Tat ein unverzichtbares Basismedium ist", sagte Dr. Rolf Kunisch, Vorsitzender des Vorstandes Beiersdorf AG. Neben einer Liberalisierung der Werberegeln forderten die Werbungtreibenden insbesondere die Aufhebung der 20-Uhr-Werbegrenze im öffentlich-rechtlichen TV. Eine deutliche Absage erteilte jedoch Dieter Wolf, Präsident des Bundeskartellamts, dieser Forderung: "Aus ordnungspolitischer Sicht kann ich eine Ausdehnung der Werbemöglichkeiten des öffentlich-rechtlichen TV nicht gutheißen. Dies würde einenCrowding-out-Effekt im Privat-TV bewirken." Rolf Schmidt-Holtz, Vorstandsvorsitzender der CLT-Ufa,betonte auf der Fachtagung nochmals eindringlich, daß ihm die Haltung der EU in der Frage der Genehmigung einer Kooperation zwischen Kirch-Gruppe und CLT-Ufa im digitalen Pay-TV unverständlich sei:"Wir werden keine Auflagen akzeptieren, die die wirtschaftliche Machbarkeit des digitalen Pay-TV gefährden."
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